Digitalisierungsbericht 2012: Nutzung des digitalen Fernsehens steigt an

Mittwoch, 05. September 2012
Die TV-Nutzung hat sich deutlich geändert
Die TV-Nutzung hat sich deutlich geändert

Innerhalb eines Jahres hat die Digitalisierung des Fernsehempfangs einen deutlichen Sprung gemacht. Rund 29,5 Millionen TV-Haushalte in Deutschland haben 2012 Zugang zum digitalen Fernsehen. Das entspricht 77,8 Prozent – 10 Prozentpunkte mehr als im Vorjahr. Analoges Fernsehen empfangen jetzt nur noch 22,2 Prozent, im Vorjahr waren es noch 32,2 Prozent. Das sind Ergebnisse des „Digitalisierungsbericht 2012“, den die Landesmedienanstalt auf der Medienwoche im Rahmen der IFA vorgelegt haben. Einflussreicher Treiber der Entwicklung war die Umstellung des Satelliten-Fernsehens auf eine rein digitale Verbreitung Ende April diesen Jahres. Dadurch wird nun in 17,3 Millionen Haushalten digitales Fernsehen per Satellit empfangen.

Beim Kabelfernsehen stieg der Grad der Digitalisierung gegenüber 2011 um knapp sechs Prozentpunkte auf 48,2 Prozent. Es ist die einzige verbleibende analoge Übertragungsart.

Knapp fünf Millionen Haushalte, vor allem in größeren Städten, nutzen den Übertragungsweg DVB-T – das sind mit 12,5 Prozent 0,7 Prozent mehr als letztes Jahr.

Auch das Fernsehen über die DSL-Leitung - das sogenannte IPTV - findet neuen Zuwachs. Mittlerweile nutzen diese Art der Übertragung 1,6 Millionen Haushalte in Deutschland. Der Gesamtanteil stieg von den drei Prozent im Vorjahr um 1,3 Prozentpunkte.

Im aktuellen Bericht wurde erstmals erhoben, wie viele Haushalte mit der notwendigen technischen Ausstattung ihr internetfähiges Fernsehempfangsgerät auch nutzen. Tatsächlich tut dies nur gut die Hälfte.

Hans Hege, Beauftragter für Plattformregulierung und Digitalen Zugang der Kommission für Zulassung und Aufsicht der Medienanstalten, unterstrich den Bedeutungsgewinn von Suchmaschinen für die Meinungsbildung. Außerdem machte er auf die zentrale Rolle der Plattformen für die Verbreitung von linearen und nicht-linearen Fernsehangeboten aufmerksam.

Die Medienanstalten sollten diese Entwicklungen aufmerksam beobachten, um Konzentrationstendenzen und ein Entstehen von zu großer Marktmacht zu begegnen. hor
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