Digitalgeschäft wächst in Deutschland unterdurchschnittlich schnell

Montag, 25. März 2013
Europäische Verbraucher geben immer mehr Geld online aus
Europäische Verbraucher geben immer mehr Geld online aus

Auch wenn es hierzulande nicht immer den Anschein macht, die europäische Medienindustrie profitiert von der zunehmenden Digitalisierung. So stiegen die Erlöse bei Presse- und Buchverlagen, Kino und TV, Gaming sowie Musik seit dem Jahr 2001 auf fast 200 Milliarden Euro, die Umsätze im Digitalgeschäft kletterten sogar um mehr als 11 Prozent pro Jahr auf rund 50 Milliarden Euro. In Deutschland steuert der Bereich, der mit jährlich 9 Prozent im europaweiten Vergleich leicht unterdurchschnittlich wächst, rund 7 Milliarden Euro zum Gesamtumsatz der untersuchten Branchen bei. Das belegt eine von Google in Auftrag gegebene Studie zur digitalen Zukunft des Kreativsektors. Wichtigster Treiber für den Medienkonsum: das Internet. Durch die neuen Möglichkeiten verbringen die Europäer heutzutage über vier Stunden pro Tag mit der Nutzung von Medien. Davon entfallen gut zwei Stunden auf TV sowie 0,7 Stunden auf Zeitungen und Zeitschriften. Im Netz halten sich die Menschen über 1,3 Stunden auf - mehr als doppelt so lang wie vor sieben Jahren. Parallel dazu können die Inhalte laut der Untersuchung der Strategieberatung Booz & Company leichter monetarisiert werden. Durchschnittlich geben Verbraucher heute pro Stunde online über vier Cent aus, was einem Anstieg von fast 140 Prozent innerhalb von zehn Jahren bedeutet. Zum Vergleich: für Film- und TV-Inhalte werden pro Stunde im Durchschnitt 17 Cent, für Druckerzeugnisse rund 23 Cent ausgegeben.

Für den deutschen Markt kommt die Studie zu weniger ausgeprägten, aber ähnlichen Trends. Der Gesamtumsatz der untersuchten Branchen stiegt hierzulande seit dem Jahr 2001 um rund eine Milliarde auf gut 40 Milliarden Euro. Davon entfallen rund 7 Milliarden auf das Digitalgeschäft, das mit einem jährlichen Wachstum von 9 Prozent leicht unter dem europäischen Trend liegt. Mit 1,1 Stunden am Tag verbringen die Deutschen auch etwas weniger Zeit online als die Europäer insgesamt. Von der Digitalisierung können laut Hannes Gmeling, Experte für Digitale Medien bei Booz & Company, auch die Unternehmen profitieren: "So lange sie relevante Inhalte produzieren, diese effektiv vertreiben und sich dabei auf die beiden wichtigsten Wachstumsfelder fokussieren: digitale Services und direkte Zahlungen der Nutzer." kl
Meist gelesen
stats