Digitale Außenwerbung: Es fehlen national buchbare Netze

Mittwoch, 20. Januar 2010
Christof Baron, CEO von Mindshare in Frankfurt
Christof Baron, CEO von Mindshare in Frankfurt

Digitale Außenwerbung, bekannt auch als Digital Signage, ist nach wie vor erfolgsversprechend - bislang hat sie im Deutschen Markt jedoch keine Relevanz. „Digitale Außenwerbung ist ein Nischenmedium, aber kein Must-Have in den Mediaplänen", sagt auch Christof Baron, CEO von Mindshare in Frankfurt, und einer der Key-Note Speaker des 2. Deutschen Medienkongresses, den HORIZONT am vergangenen Dienstag und Mittwoch veranstaltet hat. Bislang fließen die Werbeinvestitionen in Digital Signage, also Screens mit Bewegtbild-Inhalten zum Beispiel im Umfeld von Flughäfen und Einkaufszentren , eher spärlich - den Anteil am Deutschen Out-of-Home-Markt beziffern Experten auf gerade mal 3 Prozent. Es gibt allerdings Prognosen, denen zufolge er sich bis zum Jahr 2013 auf 10 bis 13 Prozent gesteigert haben soll.

Die klassischen Außenwerber konkurrieren auf diesem Feld mit einer Reihe neuer Player, die vorwiegend technikgetrieben sind. Seit 2008 gibt es mit dem OVAB Europe sogar einen eigenen Verband für die digitalen Außenwerber.

Doch von einer Professionalisierung oder gar Standardisierung kann noch nicht die Rede sein. Größtes Handicap: Es fehlt an national buchbaren, reichweitenstarken Networks und an Wirkungsnachweisen. Selbst große Werbungtreibende wie Coca-Cola und Fiat setzten daher digitale Out-of-Home-Werbung nur sehr punktuell ein - und offenbar mit einer Vorliebe in Berlin.

„Wir nutzen das Medium als taktisches Ergänzungsmedium und würden es auch national buchen, wenn die Infrastruktur und das Preis-Leistungs-Verhältnis stimmen", sagt Thomas Gries, Marketing Director bei Coca-Cola. Bei Ikea moniert Marketingchefin Claudia Willvonseder außerdem, dass es bei den Agenturen noch an Know-How mangelt: „Wir machen nichts in diesem Bereich, es gab auch noch keine tollen Angebote von den Kreativen."

Dabei sind die Vorteile durchaus vorhanden: In Wartesituationen ist die Verweildauer der Passanten oft hoch, zudem können - zum Beispiel in Einkaufscentern - die digitalen Screens an Plätzen aufgestellt werden, an denen die Kaufentscheidung getroffen wird. Außerdem könnten Kampagnen per Knopfdruck von zentraler Stelle aus schnell und flexibel aktualisiert werden. se
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