Digital-TV: RTL und KDG einigen sich

Donnerstag, 22. Dezember 2005
Ab 2006 digital zu sehen: RTL-Sender
Ab 2006 digital zu sehen: RTL-Sender

Die Sender der RTL-Familie werden ab kommendem Jahr im Kabelnetz von Kabel Deutschland (KDG) digital verbreitet. Damit hat die KDG nach langem Ringen die erste große private Sendergruppe ins Boot geholt. Neben der Einspeisung der Free-TV-Sender RTL, Vox, RTL 2, Super RTL und N-TV plant RTL auch den Start von Spartenkanälen und Pay-TV-Angeboten bei Kabel-Digital-Home. Die Free-TV-Sender der RTL-Familie werden bis mindestens Ende 2009 analog unverschlüsselt über die KDG verbreitet. Bestehende RTL-Digitalsender, wie Traumpartner TV, werden ins digitale Kabel eingespeist. "Zum Signalschutz werden die Sender grundverschlüsselt ausgestrahlt", heißt es von RTL: "Die Freischaltung der RTL-Sender erfolgt für bestehende Digital-Kunden der KDG automatisch und kostenfrei."

Seit Monaten verhandeln der Kabelnetzbetreiber und die Sendergruppen RTL und Pro Sieben Sat 1 Media über die Einspeisung ins digitale Kabelnetz. Die Fronten waren über Wochen total verhärtet. Nach US-Vorbild wollen die großen Free-TV-Sender Geld für die Einspeisung ihrer Programme.

"Wir freuen uns, dass mit der deutschen RTL-Senderfamilie nun auch die größte private Sendergruppe im deutschen Fernsehen mit ihrem Angebot digital im Kabel präsent ist. Das ist ein wichtiger Schritt auf dem Weg zum digitalen Rundfunk in Deutschland. Die Digitalisierung bringt für alle Beteiligten Vorteile. Es ist nun an der Zeit, dass sich alle Sender und Sendergruppen an der Digitalisierung beteiligen", sagt Christof Wahl, Sprecher der Geschäftsführung von Kabel Deutschland.

Anke Schäferkordt, Chefin der deutschen RTL-Senderfamilie, erklärt: "Die Zuschauer erwartet in Zukunft eine noch viel größere Programmauswahl, zahlreiche neue Spartenkanäle für die verschiedensten Interessen und interaktive Angebote. Die Ausdauer beider Seiten in den Verhandlungen hat sich gelohnt."

Derzeit sind im Kabelnetz der KDG die 30 digitalen Programme der öffentlich-rechtlichen Sender sowie acht digitale private Free-TV-Sender zu sehen. Inklusive der RTL-Sender wächst das KDG-Angebot auf 43 Sender. Nach der Einigung von RTL und KDG stellt sich nun die Frage, wann die Sender der Pro-Sieben-Sat-1-Familie an Bord kommen.

Bereits gestern hatte die KDG einen großen Erfolg vermelden können: Der Kabelnetzbetreiber hat sich gemeinsam mit Unity Media die Pay-TV-Rechte an der Fußball-Bundesliga gesichert. ra



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