Digital Innovators' Summit: Verlage pochen auf direkten Zugriff auf Kundendaten

Montag, 01. März 2010
Carolyn McCall, CEO Guardian Media Group
Carolyn McCall, CEO Guardian Media Group

Wie können Verlage ihre Profite im digitalen Mediengeschäft erhöhen? Dieser Frage widmen sich über 400 Teilnehmer des Digital Innovators' Summit in Berlin. Bei der zum dritten Mal vom VDZ in Zusammenarbeit mit dem internationalen Magazinpublisher-Verband FIPP in Berlin organisierten Veranstaltung wird deutlich, dass die Herausforderung digitaler Erfolg von den Medienhäusern je nach Tätigkeitsschwerpunkt spezifisch gelöst werden muss  - und dass der  Umgang mit den Leser- und Userdaten ein wesentlicher Erfolgsbaustein ist. "Wir machen unseren Content derzeit nicht auf Amazons Kindle verfügbar", sagt etwa Carolyn McCall, CEO der britischen Guardian Media Group (GMG), "da wir dabei keinen Zugriff auf unsere Kundendaten hätten."  In die Aufbereitung dieser Daten habe GMG jedoch viel investiert und deren Auswertung diene als Grundlage zur Weiterentwicklung des Geschäfts.  Denn das Wissen, wer welche Angebote eines Medienhauses nutzt, ist  entscheidend für die Festlegung der Erfolgsstrategie.

Peter Phippen, Managing Director BBC Magazines & BBC Worldwide,  macht den Unterschied am Beispiel des Automagazins "Topgear" deutlich. "Für ein High-Quality-Angebot wie "Topgear" können wir in TV, Print und Online Premium-Advertiser gewinnen. Wenn Sie gegenüber Kunden jedoch nicht den Nachweis einer hochwertigen Nutzerschaft bringen können, bestehen kaum Aussichten, das Angebot mit Werbung zu refinanzieren."

Vor allem die Onlinevermarktung leidet unter einer Explosion des Inventars, der die Wachstumskurve der Werbespendings bei weitem nicht folgt. Konsequenz: "Der Preisdruck ist enorm", wie Tomorrow-Focus-Vorstand Christoph Schuh gesteht. Das Onlinehaus der Burda Media Group reagiert mit einer Klassifizierung seines Inventars in verschiedenen  Qualitätskategorien und legt für die Top-Kategorien Mindestpreisschwellen  fest. Die Differenzierung geht bei Tomorrow Focus aber noch weiter. "Für die unterschiedlichen Kategorien haben wir verschiedene Verkaufsteams", so Schuh. joz
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