Digital Innovators' Summit: Dealorientierte Werbevermarktung verliert gegenüber datenbasierter an Boden

Dienstag, 02. März 2010
Matthias Kurwig, COO Worldwide der Agentur Neo@Ogilvy
Matthias Kurwig, COO Worldwide der Agentur Neo@Ogilvy

Das angestammte Muster des Mediageschäfts gerät zunehmend unter Druck. An die Stelle der bisher stark dealorientierten Werbevermarktung zwischen Medienhäusern und Kunden beziehungsweise Mediaagenturen tritt zunehmend die rein datenbasierte zielgruppenbezogene Mediaplanung. „Diese Entwicklung macht das Leben für Medienhäuser und Mediaagenturen deutlich komplizierter", konstatiert Matthias Kurwig, COO Worldwide der Agentur Neo@Ogilvy, am zweiten Tag des Digital Innovators‘ Summit in Berlin. Angesichts des immer unübersichtlicher werdenden Inventars im Internet seien die Agenturen nicht mehr in der Lage, eine contentbasierte Planung zu realisieren, sagt Kurwig. Lediglich im Premiumcontent-Segment bleibe die klassische Herangehensweise noch von größerer Bedeutung, sofern es gelingt, individuellere Lösungen für die Kunden auf Basis der spezifischen Stärken der Medienmarke zu entwickeln.

Susanne Kunz, Media & Communications Director Procter & Gamble, macht jedoch insgesamt einen Mangel an uniquem Content für eine Premiumvermarktung aus. Gerade mit Blick auf die Paid-Content-Ambitionen der Verleger sei dies bedauerlich. „Masse ist out", sagt Kunz.

Stephan Beringer, President der amerikanischen Mediaagentur Digitas International, vermisst zudem auf Publisherseite eine angemessene Bereitschaft, sich an den strategischen Debatten - zusammen etwa mit Playern wie Google und Twitter - zu beteiligen: „Wir haben noch keine Antwort von den Medienhäusern gehört, wie sie mit ihrem Geschäftsmodell auf lange Sicht bestehen wollen." joz
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