Die neue "Penthouse": Wie das Männermagazin trotz Printkrise überleben soll

Dienstag, 12. Januar 2010
Cover der neuen "Penthouse"
Cover der neuen "Penthouse"

Zwei Monate mussten "Penthouse"-Fans auf die Lektüre des Männermagazins verzichten. Jetzt kommt der Titel mit einem völlig neuen Konzept an den Kiosk. Unter dem Motto "Ehrlich. Erotisch. Männlich. Anders" - so die Subhead des relaunchten Erotikmagazins - will der neue Lizenznehmer Sinon Media gegen Wettbewerber wie "Playboy" antreten. Um den Titel im kriselnden deutschen Printmarkt zu etablieren, setzen Chefredakteur Markus Boden und Art Director Pascal Mänder (ehemals "Captial" und "Cosmopolitan") auf eine Premium-Strategie. So kommt "Penthouse" nicht nur mit neuen  redaktionellen Inhalten wie einer festen Sport-Kolumne und verändertem Format, sondern auch einer hochwertigeren Papierqualität daher. "Printtitel müssen heutzutage einen hohen Qualitätsanspruch erfüllen, um zu überleben - das gilt sowohl für die Inhalte als auch für die Haptik", erläutert Boden im Gespräch mit HORIZONT.NET.

Die Sorge, dass "Penthouse" angesichts der seit 2009 wütenden Werbe- und Medienkrise schnell wieder vom Markt verschwinden könnte, hat Boden nicht. Grund ist der multimediale Ansatz von Sinon Media. Laut Boden ist das Wiender Unternehmen an diversen Firmen wie etwa dem Handy-Dienstleister Mobile Messaging Solutions beteiligt, mit deren Hilfe die "Penthouse"-Inhalte künftig crossmedial vermarktet werden sollen. So könnten etwa Making-Offs mit "Penthouse"-Models kostenpflichtig für Handynutzer angeboten werden. Auf der neuen Penthouse-Website, die am 15. Januar freigeschaltet werden soll, wird es mittelfristig auch kostenpflichtige Angebote wie etwa Location-based-Services und einen geschlossenen Club-Bereich mit Community-Funktionen geben, von denen sich das Management zusätzliche Einnahmequellen abseits der klassischen Anzeigenerlöse erhofft. "Die Printausgabe ist die lediglich die Basis, über die wir Penthouse crossmedial vermarkten", so Boden.

Eine zentrale Rolle im Geschäftsmodell spielen freilich weiterhin die Vertriebserlöse. Zum Start am 14. Januar wird "Penthouse" in Deutschland in einer Auflage von 140.000 Exemplaren ausgeliefert. Auch bei den Abos fängt "Penthouse" nicht bei Null an. Laut Boden wird Sinon Media die bisherigen "Penthouse"-Abonnenten weiter beliefern. Eine entsprechende Vereinbarung wurde am heutigen Dienstag erzielt.

Sinon Media mit Hauptsitz in Wien hatte die "Penthouse"-Lizenz erst im Dezember von General Media International erhalten. Zuvor hatte der US-Verlag dem bisherigen Lizenznehmer Mountains Publishing gekündigt.  mas
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