Die fünf Mobile-Thesen von G+J-Manager Oliver von Wersch

Donnerstag, 19. Januar 2012
Oliver von Wersch
Oliver von Wersch

"Wir sind der Kanal mit den geringsten Nettospendings - das ist klar. Aber wir sind auch der Kanal, der die tägliche Mediennutzung am stärksten verändert", so Oliver von Wersch, Geschäftsführer G+J EMS. Die Rede ist natürlich von Mobile. Von Wersch ist sich sicher: "Bei Mobile gibt es keinen Big Bang, sondern eine rasend schnelle Evolution - und die hat gerade erst angefangen." Auf dem Deutschen Medienkongress hat er deshalb die fünf Punkte aufgeführt, die im Mobile-Bereich aktuell von Bedeutung sind - und eine Neuigkeit verkündet: G+J EMS übernimmt die Mobile-Vermarktung von Shazam, einer der beliebtesten Apps zum Erkennen von Musiktiteln.

Die fünf Mobile-Thesen von Oliver von Wersch

1. Die mobile Nutzung von Inhalten über Smartphones wird ein Massenphänomen. Bis 2014/15 wird es in Deutschland rund 50 Millionen Smartphones geben. Dadurch wird sich auch die Nutzung von Medien- und Kommunikationsdiensten wie Facebook und Twitter auf das mobile Endgerät verlagern. Zudem entstehen neue Dienste und Marken, die man vorher noch nicht kannte. Das Paradebeispiel: Der Kurznachrichtendienst Whatsapp, der laut von Wersch künftig möglicherweise auch zu einem relevanten Werbekanal werden könnte.

2. Mobile ist keine Werbeform, sondern ein Nutzungskanal. Deshalb sind gute mobile Kampagnen auch originäre Kampagnen, die mit den spezifischen Vorteilen von Mobile - wie der Umgebung, 3D oder Augmented Reality - arbeiten. Wichtig dabei ist es, die Customer Journey, also die Art, wie sich der Kunde durch den Tag bewegt und wie er Medien dabei nutzt, vollständig zu erschließen und ihn mit mobiler Werbung da abzuholen, wo er gerade ist.

3. Die Nutzung wird sich von Online auf Mobile verlagern. Deshalb müssen Medienmarken mitziehen, um nicht an Bedeutung zu verlieren. G+J EMS vermarktet mittlerweile rund 1 Milliarde Page Impressions, damit hat sich die Reichweite in einem halben Jahr verdoppelt. Und an Heiligabend hat die App von Chefkoch.de erstmals mehr Impressions gehabt als die stationäre Website. "Wir werden Onlineangebote sehen, die Online an Reichweite verlierne und Mobile gewinnen", ist sich von Wersch sicher.

4. Mobile ist ein Kanal, der strukturellen Wandel bringt. 2011 lag das Marktvolumen geschätzt bei 20 bis 25 Millionen Euro netto, ein Plus von 100 Prozent gegenüber 2010. Für 2012 prognostiziert von Wersch ein erneutes Wachstum deutlich über 50 Prozent. Der Grund: Die Reichweite auf Smartphones explodiert.

5. "Mobile ist einer der wichtigsten Customer-Touchpoints", sagt von Wersch. Deshalb sei der Kanal auch für Brand Building geeignet. Die Frage der Zukunft sei, wann ein Unternehmen den Konsumenten in welcher Situation mit seiner Werbung antreffe und wie man ihn für die Kampagne interessieren könne. Hierbei spielt auch die noch fehlende Standardisierung bei Währung und Planbarkeit eine Rolle, die die Branche vorantreiben muss. "Wir müssen Baustellen sauber abarbeiten", so von Wersch. sw
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