Die "Zeit" erhöht Copypreis auf "Spiegel"-Niveau

Donnerstag, 25. Februar 2010
"Die Zeit" wird teurer
"Die Zeit" wird teurer
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Vertriebserlösschraube Stefanie Hauer


Auch die "Zeit" dreht die Vertriebserlösschraube nach oben: Ab der Ausgabe 10/2010, die am Donnerstag kommender Woche (4. März) erscheint, kostet die Wochenzeitung am Kiosk 3,80 Euro und damit 20 Cent mehr als bisher. Der Hamburger Verlag bestätigt eine entsprechende Information von HORIZONT.NET auf Anfrage. Damit erhöht die "Zeit" ihren Einzelverkaufspreis nach nur rund einem Jahr Stabilität um 5,6 Prozent. Anfang 2008 hatte das Blatt seinen Copypreis von 3,20 auf 3,40 Euro erhöht; im vergangenen Jahr erfolgte der Schritt auf 3,60 Euro. Und ein bisschen Luft nach oben ist jetzt vielleicht immer noch: "Solange nicht eine psychologisch kritische Schwelle zum Beispiel von 3,90 zu 4,00 Euro überschritten wird, sind Copypreiserhöhungen vielfach möglich. Vielleicht waren die Verlage hier bislang zu bescheiden", sagte Verlagsleiterin Stefanie Hauer vor ein paar Wochen in HORIZONT. Mit 3,80 Euro kostet die "Zeit" ab kommender Woche dann soviel wie der "Spiegel", der Anfang 2009 um 20 Cent und Ende 2009 noch einmal um 10 Cent erhöht hatte. Beim "Spiegel" sieht man Copypreissteigerungen explizit als strategische Maßnahme, um strukturell sinkende Anzeigenerlöse bestmöglich zu kompensieren - und wähnt weiterhin "Luft nach oben".

Die "Zeit" begründet ihren aktuellen Schritt mit den "gestiegenen Kosten in allen Bereichen", erklärt eine Sprecherin und verweist auf den Ausbau des redaktionellen Angebots "in den letzten Jahren". Auf Auflagenrisiken von Preissteigerungen weist eine aktuelle Studie hin. Die "Zeit" musste sich hier bisher aber keine Sorgen machen: Die verkaufte Auflage lag im 4. Quartal 2009 mit 502.246 Heften sogar knapp 1000 Exemplare über dem Vorjahreszeitraum. rp
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