Die Verlage rücken zusammen

Dienstag, 02. November 1999

Mergers und Akquisitionen nehmen in der westeuropäischen Verlagsindustrie zu. Zu diesem Ergebnis kommt die Unternehmensberatung Arthur Andersen Corporate Finance. Die Untersuchung "Deal Survey 1998/1999 Verlagsindustrie" zeigt, dass im betrachteten Zeitraum Januar 1998 bis Juni 1999 insgesamt 392 Transaktionen im Bereich Mergers und Akquisitionen getätigt wurden, an denen westeuropäische Verlage beteiligt waren. Die Summe der veröffentlichten Transaktionswerte belief sich dabei auf über 20,6 Milliarden US-Dollar.

Mit 230 Transaktionen waren Publikumsverlage mit Abstand das häufigste Akquisitionsziel, gefolgt von Fachverlagen mit 146 Akquisitionen. Wissenschaftsverlage waren dagegen nur bei 16 Transaktionen Ziel der Akquisition. Die Gründe für die Mergers und Akquisitionen sind vielschichtig. Im Vordergrund der Überlegungen stehen aber vor allem die Sicherung des Zugangs zu attraktiven Inhalten und Autorenrechten sowie die weitere Nutzung der Möglichkeiten, die die Informationstechnologie den Verlagen bietet, teilt die Unternehmensberatung mit. Dabei sind die Motive für die Akquisition von Publikums- und Fachverlagen durchaus unterschiedlich.
Die "reifen Strukturen der meisten europäischen Märkte sowie die Preissteigerungen bei den Inhalten", nennt Claudio Wieland, Partner der Communications, Media & Entertainment Group der Arthur Andersen Corporate Finance, als Hauptakquise-Grund bei den Publikumsverlagen. Bei den Fachverlagen lägen die Primärmotive für Transaktion dagegen "in den Chancen, die die neuen Medien bieten, sowie in der von den Lesern zunehmend geforderten Anpassung internationaler Inhalte an lokale Bedürfnisse". Claudio Wieland geht für das kommende Jahr von einem weiter leicht ansteigenden Transaktionsvolumen aus. Die Studie "Deal Survey 1998/1999 Verlagsindustrie" wurde von der Communications, Media & Entertainment Group in Berlin erstellt.
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