Die Kinobranche feiert 2001 als Jahr der Superlative

Dienstag, 05. Februar 2002

Mit einem "Bombenergebnis" schließt die Kinobranche das Jahr 2001 ab. Mit einem Plus von 16,7 Prozent erzielte Deutschland zum ersten Mal in den letzten zehn Jahren einen höheren Zuschauerzuwachs als große Filmnationen wie Frankreich (plus 11,4) oder die USA (plus 8). "Die Deutschen werden immer mehr zu einem Volk von Kinogängern", konstatierte der Vorstand der Filmförderungsanstalt (FFA), Rolf Bähr, zur Jahresbilanz in Berlin.

Statistisch gesehen ging jeder Einwohner zwei Mal ins Kino. "Damit wurde eine magische Grenze überschritten." Genau betrachtet stieg die durchschnittliche Zahl der Kinobesuche pro Person von 1,86 auf 2,16. Insgesamt wurden an den Kinokassen 177,9 Millionen Besucher gezählt, 25,4 Millionen mehr als 2000. Auffällig ist für Bähr eine Schere in der Besucherentwicklung Ost und West, die ab September einsetzte. Letztlich gab es im Westen einen Zuwachs von 17,7 Prozent. Im Osten lag er übers Jahr bei 12,2 Prozent. Im Vorjahr betrug die Differenz lediglich 1,9 Prozent. Der Umsatz an den Kinokassen kletterte um fast 20 Prozent auf 987,2 Millionen Euro.

Bähr nannte bei den Gründen für die Steigerungen an erster Stelle die Investitionen der Kinobetreiber. Die Hälfte der Säle seien in den vergangenen sieben Jahren neu gebaut oder rekonstruiert worden - mehr als in jedem anderen europäischen Land. Zudem seien deutsche Produktionen im vergangenen Jahr besonders erfolgreich gewesen. 30,9 Millionen Menschen wollten sie sehen, 18 Millionen waren es im Jahr zuvor.

Knapp 11 Millionen Zuschauer gingen allein auf das Konto von "Der Schuh des Manitu". Außerdem mache sich die Hinwendung der Politik zum Kino positiv bemerkbar. Bähr dämpfte allerdings die Hoffnungen für das angelaufene Jahr: Es werde schwierig, die Ergebnisse von 2001 zu toppen. Die FFA hoffe darauf, sie zu halten.
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