Die IVW-Zahlen von "Spiegel", "Stern" und "Focus" im Detail

Freitag, 20. April 2012
Das Minus im Einzelverkauf dürfte Burda gar nicht schmecken
Das Minus im Einzelverkauf dürfte Burda gar nicht schmecken
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Focus Detailzahl Hubert Burda Burda Medias Einbruch Uli Baur


Die heute veröffentlichen Detailzahlen der IVW erklären den Einbruch beim "Focus" im 1. Quartal 2012. Hubert Burda Medias angeschlagenes Flaggschiff hat im Vergleich zum Vorjahreszeitraum mehr als ein Zehntel der verkauften Auflage verloren. Darin spiegelt sich massiv die aggressive Marketingaktion aus Januar 2011 wider, als Burda "Focus" für einen Euro an den Kiosk gebracht hatte, um wieder mehr Leser zum Zugreifen zu bewegen. Der Verlag konnte damit zwar deutliche Mehrverkäufe am Kiosk generieren. In der jetzigen IVW-Statistik wirkt sich die Aktion jedoch negativ aus, denn dauerhafte Leser zu gewinnen war dem damaligen Chefredakteur Wolfram Weimer nicht gelungen. Entsprechend liegt das Minus im Einzelverkauf nun bei 31,34 Prozent.

Die Abos sind im gleichen Zeitraum nur um 6 Prozent zurückgegangen. Unter der Ägide des langjährigen "Focus"-Mannes und seit Juli 2011 alleinigen Chefredakteurs Uli Baur haben sich nun jedoch zumindest die Abo-Auflagen stabilisiert. Im 4. Quartal 2011 zählte der "Focus" 206.890 Abonnenten - nun sind es knapp 4000 mehr. Zudem hat Baur die Anzahl der Lesezirkel-Exemplare reduziert. Auch die Bordexemplare, die bei "Focus" traditionell einen hohen Teil der verkauften Auflage ausmachen, sind im Vergleich zum Vorquartal leicht zurückgegangen, liegen mit 140.574 Stück allerdings noch über dem Vorjahreszeitraum. 

In den ersten Monaten 2012 hat sich allerdings auch Gruner + Jahrs "Stern" am Kiosk schwer getan. Der Einzelverkauf ist um fast 10 Prozent gesunken, die Abos wie beim "Focus" um knapp 6 Prozent. Die Bordexemplare sind im Verlgeich zum 1. Quartal 2011 um rund 10.000 Hefte auf 108.160 Stück gestiegen. Verglichen mit der Konkurrenz hat sich der "Spiegel", der gerade in eine heftige Diskussion um die Ausrichtung von Print und Online verstrickt ist, geradezu gut geschlagen. Der EV sank um knapp 4 Prozent, die Abos um 4,2 Prozent. Die Bordexemplare sind mit 64.434 Exemplaren stabil geblieben. "Stern" und "Spiegel" haben auch die Lesezirkel kaum verändert mit 175.946 beziehungsweise 93.840 Heften. pap
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