Die Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung will 2006 in die Gewinnzone

Mittwoch, 19. September 2001
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Mit einer Druckauflage in Höhe von 600.000 Exemplaren geht die "Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung" am 30. September an den Start. Die Zielauflage des neuen Blattes liegt bei 230.000 bis 260.000 Exemplaren, der Break Even soll in den nächsten fünf Jahren realisiert werden.

Bei der offiziellen Präsentation des Objektes durch die "FAZ"-Herausgeber und die Geschäftsführung heute in Frankfurt zeigt sich der Sprecher des Herausgeber-Gremiums, Frank Schirrmacher, optimistisch: "Deutschland kann ein weiteres Wochenprodukt noch gut vertragen". Das durchgängig vierfarbig gedruckte Blatt, das auf dem Titel und den sieben Ressort-Titelseiten mit großen Fotos aufmacht, unterscheidet sich optisch von dem Mutterblatt auch durch Navigationsleisten, Grafiken, Illustrationen und eine ganze Comic-Seite.

Neben einer ausführlichen Sportberichterstattung und aktuellen Kulturkritiken will sich die "FAS" inhaltlich zudem durch prominente Kolumnisten wie Marcel Reich-Ranicki und Stuart Pigott profilieren. Ein besonderes Schmankerl kündigt Schirmmacher für die Belletristiker unter den "FAS"-Lesern an: "Der Fortsetzungsroman wird in der Tradition von Mark Twain von einem Schriftsteller wirklich aktuell Woche für Woche geschrieben. Ein Experiment, auf das wir sehr gespannt sind."

Wichtige Themenschwerpunkte und Serviceangebote sind neben der Politik- und Wirtschaftsberichterstattung ein Terminkalender mit den Kulturereignissen der kommenden Woche, Anlage- und Aktientipps, eine kritische Probierreise durch die deutsche Gastronomie, Herzblattgeschichten und ein Sonntagsrätsel.Konzeptionell wollen die Frankfurter den neuen Sonntagsplayer dabei nicht als Summe der vergangenen Tage, sondern auch als Themenaufgriff der kommenden Woche verstanden wissen. Schirrmacher: "Wir sehen uns hier in einer ähnlichen dramaturgischen Position wie der 'Presseclub' oder 'Christiansen.

Vertriebslogistisch sehen sich die Frankfurter auf gutem Weg: Über eigene Vertriebsagenturen werden rund 200.000 der 280.000 "FAZ"-Abonennten beliefert. Die Auslieferung erfolgt vorrangig in sehr weit definierten Ballungsräumen wie dem Rhein-Main-Gebiet, dem Ruhrgebiet, den Großräumen München, Stuttgart, Hamburg und Berlin.

Die Abonennten erhalten die Sonntagszeitung zunächst vier Wochen als kostenloses Probeexemplar und können sie dann zusätzlich zum regulären Abonnement bestellen. Im Einzelverkauf ist die "FAS" bundesweit über Kioske, Tankstellen, Bäckereien und Sonderhändler erhältlich. Der Copypreis beträgt 4 Mark, das gesonderte Abonnement 17 Mark. Im ersten vollen Geschäftsjahr peilt das Unternehmen für die "FAS" einen Anzeigenumsatz von 40 Millionen Mark an.
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