Die FAZ will 10 Prozent Kosten einsparen

Montag, 22. April 2002

Der Kostendruck bei der "Frankfurter Allgemeine Zeitung" scheint größer als angenommen. Nachdem die FAZ-Gruppe 2001 ein Ergebnis von minus 28,7 Millionen Euro zu verkraften hatte (Horizont 13/2002), kündigte Geschäftsführer Jochen Becker bereits vor wenigen Wochen an, dass auch Kurskorrekturen nicht mehr auszuschließen seien.

Da sich der Werbemarkt bei den Printmedien im ersten Quartal dieses Jahres nicht erholen konnte und die Auflagenentwicklung der "FAZ" im ersten Quartal durchschnittlich 4 Prozent unter dem Vorjahreszeitraum liegt, wollen die Frankfurter nun verstärkt an der Kostenschraube drehen: Um mindestens 10 Prozent sollen die Kosten in den nächsten Monaten gesenkt werden.

Erst Anfang dieses Monats sah sich die Zeitung dazu gezwungen, ihren freien Mitarbeitern die Honorare zu kürzen. Auch betriebsbedingte Kündigungen sind nun nicht mehr ausgeschlossen. Betroffen ist von diesem Szenario offenbar vor allem die englischsprachige "FAZ". Dem Sparkurs sind auch die Pläne von Herausgeber Frank Schirrmacher zum Opfer gefallen, der die Feuilleton-Redaktion der "FAZ" von Frankfurt nach Berlin umsiedeln wollte.

Unterdessen ist in die Nachfolgefrage vom langjährigen Mitherausgeber Jürgen Jeske offenbar geklärt: Holger Steltzner, bislang verantwortlich für den Finanzteil der "FAZ", hat im internen Wettbewerb mit Unternehmenschef Jürgen Dunsch offenbar die besseren Karten. Allerdings muss der Aufsichtsrat seine Zustimmung zu dieser Personalie erteilen.
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