Di Lorenzo als "Zeit"-Chefredakteur im Gespräch

Montag, 18. August 2003

Bei der zum Stuttgarter Holtzbrinck-Konzern gehörenden Wochenzeitung "Die Zeit" stehen offenbar umfassende Veränderungen im redaktionellen Führungsboard bevor. Demzufolge soll Giovanni di Lorenzo, derzeit Chefredakteur des ebenfalls zum Holtzbrinck-Imperium zählenden "Tagesspiegel", noch in diesem Jahr die Nachfolge des Chefredakteur-Duos Michael Naumann und Josef Joffe antreten. Von Verlagsseite hält man sich derweil mit Konkretem zurück: "Wir bestätigen dieses Gerücht nicht", meint "Zeit"-Sprecherin Elke Bunse. Beschlossene Sache ist hingegen die Integration des Literatur-Ressorts in das Feuilleton - analog zum Reiseteil und der "Leben"-Beilage.

Di Lorenzo gilt als heißer Anwärter für den Chefposten, da die geplante Fusion von "Tagesspiegel" und "Berliner Zeitung" und die dazu notwendige Ministererlaubnis auf unveränderten Widerstand des Verlags Axel Springer stößt, der dadurch die Existenz seiner beiden Zeitungen "Welt" und "Morgenpost" gefährdet sieht.

Unter dem Duo Naumann/Joffe konnte die "Zeit" ihre Wettbewerbssituation wieder deutlich verbessern, nicht nur, weil mit der Einstellung der "Woche" aus dem Jahreszeiten Verlag im März vergangenen Jahres ein wichtiger Konkurrent vom Markt verschwand. So konnte das Blatt, das derzeit schwarze Zahlen schreibt, die verkaufte Auflage gegen den Branchentrend seit dem 2. Quartal 2000 von 440.723 Exemplaren auf 447.310 im 2. Quartal 2003 verbessern. nr
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