Deutsches Free-TV-Geschäft verhagelt P7S1 erneut die Bilanz

Mittwoch, 06. August 2008
Guillaume de Posch, Vorstandsvorsitzender der Pro Sieben Sat 1 Group
Guillaume de Posch, Vorstandsvorsitzender der Pro Sieben Sat 1 Group

Wie bereits im April angekündigt, war die Geschäftsentwicklung der Pro Sieben Sat 1 Group (P7S1) auch im 2. Quartal durch das deutsche Free-TV-Geschäft beeinträchtigt. Die mangelnde Akzeptanz des Werbezeiten-Verkaufsmodells führte hierzulande zu einem Rückgang der Werbeerlöse. Zusätzlich beeinflusste auch die Fußball-Europameisterschaft in Österreich und der Schweiz das Buchungsverhalten zum Leidwesen der Sendergruppe. Damit verringerten sich die Erlöse im deutschen Free-TV-Segment um 8,8 Prozent auf 452,3 Millionen Euro. Guillaume de Posch, Vorstandsvorsitzender der Pro Sieben Sat 1 Group: "Die erste Jahreshälfte war für die Pro Sieben Sat 1 Group nicht einfach. Der Grund liegt auf der Hand: Das deutsche Werbezeiten-Vermarktungsmodell wurde von Teilen des Marktes nicht angenommen. Wir sind jedoch optimistisch, mit dem im Mai überarbeiteten Modell im zweiten Halbjahr 2008 Marktanteile zurückzugewinnen."

Die Umsatzeinbußen im deutschen Free-TV-Geschäft konnten durch die Konsolidierung der SBS Broadcasting Group seit Juli 2007 kompensiert werden. So steigerte sich der Umsatz der gesamten Gruppe um 45,4 Prozent auf 801,9 Millionen Euro. Das Ebitda übertraf den Vorjahreswert mit 203,7 Millionen Euro um 28 Prozent. Ohne diesen Effekt sehen die Zahlen jedoch weniger rosig aus. Auf Basis von Pro-forma-Zahlen für die kombinierte Gruppe sanken die Konzernerlöse um 4 Prozent auf 801,9 Millionen Euro. Das Ebitda verringerte sich um 16,6 Prozent auf 203,7 Millionen Euro.

Vor dem Hintergrund der Schwierigkeiten im deutschen Markt strebt der Konzern für das Gesamtjahr 2008 ein Ebitda an, das auf dem Niveau der berichteten Pro-forma-Zahlen für das Jahr 2007 liegt. Dazu beitragen sollen Effizienzsteigerungen und Synergien aus der Integration von SBS. "Wir müssen jedoch klar sagen, dass dieses Ergebnisziel mit Unsicherheiten behaftet ist. Sie liegen einerseits in der geringen Visibilität im Werbemarkt, andererseits in der weiteren gesamtwirtschaftlichen Entwicklung in unseren Märkten", räumt de Posch ein.
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