Deutscher Fachverlag veröffentlicht Studie zum Thema Lokalpresse

Dienstag, 30. April 2002

"Lokalpresse - Quo Vadis: Defizite und Erfolgspotenziale" lautet der Titel einer "Studie", die der Deutsche Fachverlag jetzt als Buchveröffentlichung herausgibt. Es erscheint in der Reihe Medienökonomie in Kooperation mit HORIZONT. Durchgeführt wurde die Studie von Manfred Hinze, Medienberater und Lehrbeauftragter für das Fach Medienwirtschaft. Er untersuchte die Inhalte von insgesamt 21 Lokalzeitungen und Lokalteile von Regionalzeitungen, die in Orten bis zu 50.000 Einwohnern erscheinen. Hinzu kamen sechs Lokalteile von Regionalzeitungen in Großstädten über 100.000 Einwohner. Außerdem befragte er rund 3.000 Leser von Lokalzeitungen und 170 Personen aus öffentlichen Ämtern, Verbänden und Verlagen.

"Zwar steht die Lokalberichterstattung in der Leserpräferenz an erster Stelle, doch die Auflagenzahlen der Lokalpresse sind seit Jahrzehnten rückläufig", erläutert Hinze den Hintergrund seiner Untersuchung. Der Medienberater stellte fest, dass sich nicht nur die städtische, sondern gerade die ländliche Bevölkerung progressive und kritisch behandelte Themen sowie ausführliche Hintergrundinformationen und umfassende Erklärungen zum kommunalen Geschehen interessiert.

Die ländliche Bevölkerung sei mehr denn je aufgeschlossen für "Berichterstattung mit demokratie-fördernder Wirkung". Lokalredaktionen seinen also dazu aufgefordert, nicht nur Verlautbarungs-Journalismus und unkommentierte Informationen zu bieten. "Vergleicht man das gegenwärtige redaktionelle Angebot in Lokalzeitungen allerdings mit diesen Bedürfnissen, fällt auf, dass sehr wenig Rücksicht darauf genommen wird", stellt Hinze fest.
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