Deutscher Fachverlag auf Wachstumskurs

Donnerstag, 23. September 2004

Der Deutsche Fachverlag ist auf Wachstumskurs. Entgegen dem allgemeinen Branchentrend agiert die Frankfurter Verlagsgruppe erfolgreich und expansiv. "Wir beanspruchen für uns eine Art nationaler Zuständigkeit für bestimmte Felder der wirtschaftsorientierten Fachpublizistik", so Klaus Kottmeier, Vorsitzender des Aufsichtsrats, auf der diesjährigen Pressekonferenz. "Der Deutsche Fachverlag hat es, als einer der ganz wenigen, wenn nicht als der einzige Fachverlag in der für uns relevanten Verlagslandschaft, vermocht, in den vergangenen drei Jahren kräftige Expansionen zu vollziehen", so Klaus Kottmeier. Mit der Beteiligung am Matthaes Verlag zum 1. April 2004 ist der Deutsche Fachverlag (dfv) nun auch Marktführer in Deutschland im Bereich der Hotellerie und der Gastronomie. Die gastronomische Kompetenz, die über viele Jahre mit einer Reihe von Monatszeitschriften, zum Beispiel "Food Service" und die "GV-Praxis" sowie deren Tochtergesellschaften im Ausland, aufgebaut worden ist, wird durch die "Allgemeine Hotel- und Gaststätten-Zeitung" (AHGZ), die einzige wöchentlich in deutscher Sprache erscheinende Fachzeitschrift für die Hotellerie und Gastronomie, entscheidend erweitert.

Der Heidelberger Verlag Recht und Wirtschaft, seit 2003 eine hundertprozentige Tochter des dfv, wird zur Jahreswende 2004 voll in das Verlagssystem in Frankfurt integriert. Die beiden anerkannten juristischen Fachzeitschriften, die der DFV bisher verlegte - "Wettbewerb in Recht und Praxis" und "Zeitschrift für das gesamte Lebensmittelrecht" - werden um eine der führenden deutschen Fachzeitschriften für Recht und Wirtschaft erweitert. Der Deutsche Fachverlag ist mit der "Lebensmittel Zeitung", bereits Marktführer in allen Bereichen lebensmittelwirtschaftlicher Publikationen und mit der "TextilWirtschaft" Marktführer im Bereich fashion und Mode. Auch "Horizont" hat im vergangenen Jahr kräftig an Marktanteilen gewonnen und legt weiterhin zu. Der Deutsche Fachverlag verlegt in Deutschland acht wöchentlich erscheinende Fachzeitschriften, im Manstein-Verlag in Österreich, einer hundertprozentigen Tochter, zwei wöchentlich erscheinende Fachzeitschriften und in Mailand einen weiteren Wochentitel aus dem Bereich fashion und Mode. Insgesamt elf wöchentlich erscheinende Titel im europäischen Raum.

Ungebrochene Zielsetzung der Verlagsgruppe ist es, die notwendigen Investitionen aus eigener Kraft zu finanzieren, um den Ausbau der Aktivitäten sicherzustellen und die publizistische und unternehmerische Unabhängigkeit zu wahren. "Im abgelaufenen Geschäftsjahr ist es gelungen, das wirtschaftliche Ergebnis durch konsequente Fortsetzung des eingeschlagenen Modernisierungs-kurses gegenüber 2002 erneut zu verbessern", so Peter Ruß, Vorsitzender der Geschäftsführung des Deutschen Fachverlages. Für das laufende Geschäftsjahr wird ein Umsatzplus erwartet. Auch in diesem Jahr wird der Verlag schwarze Zahlen schreiben.

Allerdings konnte sich das Unternehmen im vergangenen Jahr der allgemeinen Kürzung von Werbebudgets in der gesamten deutschen Wirtschaft nicht entziehen. Der Umsatz der Verlagsgruppe - alle Tochtergesellschaften und Beteiligungen im In- und Ausland eingeschlossen - lag im Geschäftsjahr 2003 bei 111,5 Millionen Euro (2002: 118,9 Millionen Euro). Die Inlandsumsätze beliefen sich 2003 auf 91,2 Millionen Euro (minus 6,0 Prozent). Die Tochtergesell-schaften im Ausland erwirtschafteten mit 20,3 Millionen Euro (2002: 21,9 Millionen Euro) einen Anteil von rund 18 Prozent des Gesamt-umsatzes der Verlagsgruppe. Das stärkste Standbein bildet der Manstein Verlag in Österreich, der mit 7,8 Millionen Euro stabil blieb.

Während die Umsätze aus dem Abonnement- und Vertriebsgeschäft stabil blieben, ging das Anzeigengeschäft um 6,4 Prozent auf 78,5 Millionen Euro zurück. Die Verlagsgruppe beschäftigte insgesamt 800 Mitarbeiter (2002:830), davon 650 im Inland (Vorjahr: 660). Die "Lebensmittel Zeitung", die Wirtschaftszeitung für die Konsumgüterbranche, die sich an Führungskräfte im Handel richtet, konnte im Jahr 2003 ihre Position verbessern. Der Umsatz lag 2003 bei 26,7 Millionen Euro, dies war gegenüber dem Vorjahr ein Zuwachs um 0,4 Prozent. Die "LZ, mit einer abonnierten Auflage von rund 29.178 Exemplaren (IVW II/04), steht für einen Umsatz von 25,1 Millionen Euro (plus 0,8 Prozent). Sie hat als klare Marktführerin ihrer Branche ihre Marktanteile kontinuierlich ausgebaut.

Der Titel "TextilWirtschaft" steht für einen Gesamtumsatz von 16,6 Millionen Euro (Vorjahr: 17,7 Millionen Euro). Die "TW" konnte ihre Marktposition im Wettbewerb im Vorjahr ausbauen, im Ranking der umsatzstärksten deutschen Fachzeitschriften belegt sie den fünften Platz. Der gesamte Geschäftsbereich Horizont, inklusive Sonderveröffentlichungen von Horizont Productions und dem Seminar- und Veranstaltungsprogramm, erreichte einen Umsatz von 9,2 Millionen Euro (minus 9,8 Prozent zum Vorjahr). Das Online-Geschäft mit einem Gesamtumsatz von 2,1 Millionen Euro bleibt ein stabiler Faktor. Insgesamt schreibt der Verlag mit seinen Internet-Aktivitäten schwarze Zahlen. Es gibt mittlerweile mehr als 25 Online-Angebote. Der Verkauf von bezahlten Inhalten steigt. hor
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