Deutscher Fachverlag: Ergebnis weiter verbessert

Dienstag, 21. Oktober 2003

Der Deutsche Fachverlag GmbH, Frankfurt am Main, behauptet eine stabile Position im Wettbewerb, obwohl die allgemeine Marktlage weiterhin angespannt ist. Auch im laufenden Geschäftsjahr ist es gelungen, das Ergebnis weiter zu verbessern. Der Verlag wird auch 2003 schwarze Zahlen schreiben. In einem schwierigen Branchenumfeld konnte eine Reihe von Titeln ihre Marktanteile im Anzeigen- und Lesermarkt ausbauen. "Wir schauen vorsichtig zuversichtlich auf das Jahr 2004", so Peter Ruß, Vorsitzender der Geschäftsführung des Deutschen Fachverlages. Eine leichte Erholung der Anzeigenmärkte ist zwar mittlerweile erkennbar, dennoch wird der Verlag das Geschäftsjahr 2003 mit einem Umsatzminus abschließen. Trotzdem ist die aktive Investitionspolitik 2002 und 2003 fortgeschrieben worden. In modernste Technologien wurden erhebliche Mittel investiert.

Um die bisherige verlegerische Kontinuität zu wahren sowie die wirtschaftliche Weiterentwicklung auch in Zukunft zu gewährleisten, wurde zum 1. August 2003 ein Aufsichtsrat für den Deutschen Fachverlag gegründet. Den Vorsitz hat Klaus Kottmeier übernommen, der mehr als 20 Jahre Sprecher der Geschäftsführung war. In dem Gremium sind außerdem der Hauptgesellschafter, Andreas Lorch, sowie von den Mitgesellschaftern Catrin Lorch vertreten. Diese neue Konstellation belegt die enge Verbundenheit der Gesellschafterfamilie mit dem Verlag. Sie soll gewährleisten, dass der Deutsche Fachverlag auch künftig seine Position als eines des größten konzernunabhängigen Fachpresseunternehmen in Deutschland in verlegerischer Unabhängigkeit erhalten und ausbauen wird.

Die vergangenen Monate wurden genutzt, um eine stabile Basis für die Zukunft zu schaffen. Ziel war und ist es, die Ergebnissituation weiter zu verbessern, um auch für die Zukunft die publizistische und unternehmerische Eigenständigkeit zu wahren. "Wir wollen expandieren, denken über neue Aktivitäten und Titel sowie Übernahmen nach", kündigten Aufsichtsrat und Geschäftsführung an. Mit Lebensmittel Zeitung, TextilWirtschaft und HORIZONT kann der Deutsche Fachverlag weiterhin als einziger Verlag drei Titel unter den zehn umsatzstärksten deutschen Fachzeitschriften platzieren. Der Umsatz der Verlagsgruppe - alle Tochtergesellschaften und Beteiligungen im In- und Ausland eingeschlossen - belief sich im Geschäftsjahr 2002 auf 118,9 Millionen Euro, das entspricht einem Minus von 5,9 Prozent (2001: 126,3 Millionen Euro). Die Inlandsumsätze beliefen sich 2002 auf 97,0 Millionen Euro (minus 4,6 Prozent), die Umsätze der ausländischen Tochtergesellschaften lagen bei 21,9 Millionen Euro (minus 11,0 Prozent). Die angespannte Lage auf den Anzeigenmärkten hat auch 2002 noch Wirkung gezeigt. Während die Umsätze aus dem Abonnement- und Vertriebsgeschäft relativ stabil blieben, ging das Anzeigengeschäft um 10,6 Prozent auf 83,9 Millionen Euro zurück. Darin spiegelt sich die allgemeine Anzeigenentwicklung der Medien im vergangenen Jahr wider. Die Verlagsgruppe beschäftigte insgesamt 830 Mitarbeiter (2001:840), davon 660 im Inland (Vorjahr: 670).

Besonders erfolgreich behauptet sich die Lebensmittel Zeitung. Die Wirtschaftszeitung für die Konsumgüterbranche, die sich an Führungskräfte im Handel richtet, hat im Jahr 2002 ihre Position stabilisiert. Der Umsatz (mit den Objekten der Dachmarke LZ, LZ Spezial und LZ Direkt) lag bei 26,6 Millionen Euro, dies war gegenüber dem Vorjahr ein Zuwachs um 1,1 Prozent. Die LZ, mit einer abonnierten Auflage von rund 30.000 Exemplaren (IVW III/03), steht für einen Umsatz von 24,9 Millionen Euro (plus 0,8 Prozent). Sie hat als klare Marktführerin ihrer Branche ihre Marktanteile im vergangenen Jahr trotz Schwierigkeiten kontinuierlich ausgebaut und wächst weiter. Auch die TextilWirtschaft (TW) spürt den allgemeinen Branchentrend. Rückgänge im Anzeigengeschäft sind einerseits in branchenbezogenen Strukturumbrüchen begründet, andererseits durch die allgemeine Konjunkturlage bedingt. Der Bereich TextilWirtschaft (mit den Objekten der Dachmarke) hat 2002 einen Gesamtumsatz von 20,2 Millionen Euro erzielt (minus 13,3 Prozent). Der Titel TextilWirtschaft steht für einen Gesamtumsatz von 17,7 Mio. Euro (Vorjahr: 20,3 Mio. Euro). Die Umsatzrückgänge beruhen zu einem erheblichen Teil auf Einbußen im Rubrikengeschäft und auf einer Anpassung im Bereich der Spezialtitel. Trotz Umsatzrückgängen konnte die TW ihre Marktposition im Wettbewerb im Vorjahr ausbauen, die abonnierte Auflage beläuft sich auf rund 28.000 Exemplare (IVW III/03).

HORIZONT, die Fachzeitung für Marketing, Medien und Werbung, hat den Rückgang im Jahr 2002 überproportional zu spüren bekommen. HORIZONT ist das Medium, das von den Anzeigen der Medien lebt, und die blieben zum erheblichen Teil aus. Der gesamte Geschäftsbereich HORIZONT inklusive Sonderveröffentlichungen von HORIZONT Productions und dem Seminar- und Veranstaltungsprogramm erreichte ein Umsatzvolumen von 10,2 Millionen Euro (minus 22,7 Prozent zum Vorjahr), bei einer abonnierten Auflage des Titels HORIZONT von 14.900 Exemplaren (IVW III/03). An Marktanteilen hat der Titel im vergangenen Jahr leicht gewonnen.

Das Online-Geschäft hat sich 2002 zu einem stabilen Faktor entwickelt. Der Gesamtumsatz lag 2002 mit 2,2 Millionen Euro leicht über Vorjahr. Insgesamt schreibt der Verlag auch im Internet schwarze Zahlen. Es gibt insgesamt mehr als 25 Online-Angebote zu den entsprechenden Print-Titeln. Unsere Tochtergesellschaften im Ausland wurden mit etwas Verzögerung ebenfalls von dem allgemeinen Anzeigenrückgang getroffen. Sie erwirtschafteten einen Anteil von rund 20 Prozent des Gesamtumsatzes unserer Gruppe. Die stärkste Basis bilden der Manstein Verlag und der Verlag für Wirtschaftspraxis in Österreich mit einem Gesamtumsatz von 10,4 Millionen Euro. Zusammen mit unseren Verlagen Edizoni Ecomarket und Sportswear International (7,4 Millionen Euro) in Mailand, wird in Österreich und Italien der größte Teil unseres Auslandsumsatzes von 21,9 Millionen Euro (Vorjahr: 24,6 Millionen Euro) erwirtschaftet. In den Ländern Tschechien/Slowakei, Polen, Ungarn und Russland mussten wir aufgrund der schwierigen wirtschaftlichen Situation in den Ländern Umsatzeinbußen hinnehmen. Orientiert an den jeweiligen Marktgegebenheiten wurde auch im Ausland mit Augenmaß investiert. HOR
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