Deutsche Telekom verliert gegen AOL

Montag, 15. März 1999

Auf Antrag von AOL Deutschland hat das Landgericht Hamburg entschieden, daß die neuen Preise von T-Online unzulässig sind. Zwar darf die Telekom-Tochter auch künftig den Niedrigpreis von sechs Pfennig pro Minute verlangen und auch dafür werben. Sie muß aber die Kosten für die Telefonverbindung und die für die Nutzung des Online-Dienstes separat ausweisen. Laut einer Meldung des "Spiegel" war zuvor auch der letzte Versuch einer außergerichtlichen Einigung gescheitert. Bertelsmann-Multimediavorstand Klaus Eierhoff habe Telekom-Mann Detlef Buchal einen umfangreichen "Forderungskatalog" vorgelegt. Unter anderem habe Bertelsmann darin den Zugang zum Telefonabrechnungssystem der Telekom einschließlich entsprechender Plazierung der Marke AOL sowie die Nutzung der Telekom-Shops und Kataloge für die AOL-Werbung gefordert. Die Telekom, so der "Spiegel" weiter, halte solche Forderungen für "absurd". Darauf einzugehen, komme einer "Übereignung von T-Online an AOL gleich". Das Hamburger Gerichtsurteil kommentierte Andreas Schmidt, CEO AOL Europe, als "Sieg für Millionen von Internet-Nutzern in Deutschland, die einen Zugang zum Internet zu vernünftigen Konditionen erwarten". Die Entscheidung sei ein entscheidender Schritt für das schnelle Wachstum der Informationsgesellschaft in Deutschland. T-Online führt mit 2.8 Millionen Mitgliedern den deutschen Online-Markt deutlich an; AOL liegt mit 800.000 Abonennten auf Platz 2.
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