Deutsche Post startet Sonntagsvertrieb für Verlage / Pilotprojekt mit dem Spiegel

Mittwoch, 09. Mai 2007
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Das Thema Sonntagsvertrieb gewinnt für Verlage an Schwung. Die Deutsche Post startet – zunächst exklusiv mit dem "Spiegel" – ein vorerst dreimonatiges Pilotprojekt: Ab 3. Juni werden in Düsseldorf und ab 19. August in Hamburg die Hefte den Abonnenten bereits sonntags zugestellt; außerdem ist das Magazin dann in den am Sonntag geöffneten Verkaufstellen erhältlich. Der "Spiegel" wird bereits in Berlin (seit 2001), Frankfurt (seit 2002) und Lübeck (seit 2005) den Abonnenten sonntags zugestellt – allerdings über private Botennetze. Jetzt bringt sich die Post ins Spiel: Wegen des drohenden Wegfalls des Briefmonopols ist der Konzern auf der Suche nach neuen Umsatzquellen und erwägt, seine Infrastruktur auch sonntags zu nutzen. Gesetzlich ist dies aber nur für Geschäftskunden möglich – und auch nur, ähnlich wie beim Lkw-Fahrverbot, für verderbliche und aktuelle Erzeugnisse, etwa Zeitungen und Zeitschriften. Man sei mit weiteren Kunden im Gespräch, so ein Post-Sprecher. Ob das weitere Verlage sind, wollte er nicht sagen.

Für Verlage wie den "Spiegel", der das Thema seit Jahren prüft und durchrechnet, ist der Sonntagsvertrieb höchst attraktiv: Das am Samstagmorgen gedruckte Heft kommt noch aktueller zum Leser, anstatt wie bisher einen Tag lang – den Sonntag – ungenutzt in Handelslagern zu liegen. Außerdem verspricht sich der Verlag am arbeitsfreien Tag eine intensivere Heftnutzung: ein Argument, das auch im Anzeigenmarkt zieht. Bisher war die Ausweitung des Sonntagsvertriebs jedoch stets an den hohen Kosten gescheitert, vor allem für den Aufbau oder die Nutzung eines Botennetzes. rp
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