Deutsche Bank und Kirch-Erben einigen sich auf Vergleich

Montag, 13. Februar 2012
Der im vergangenen Jahr gestorbene Medienzar Leo Kirch
Der im vergangenen Jahr gestorbene Medienzar Leo Kirch

Einer der spektakulärsten Wirtschaftsprozesse der vergangenen Jahre steht offenbar kurz vor dem Abschluss: Die Deutsche Bank und die Familie von Medienzar Leo Kirch legen ihren jahrelangen Rechtsstreit bei. Beide Seiten hätten sich auf einen Vergleich geeinigt, berichtet das "Manager Magazin" unter Berufung auf Verhandlungskreise. Die Vergleichssumme, auf die sich die Anwälte der Deutschen Bank und der Kirch-Familie geeinigt haben, orientiert sich dem Bericht zufolge an dem Vorschlag des Vorsitzenden Richters des Oberlandesgericht München, Guido Kotschy. Dieser hatte eine Zahlung in Höhe von 775 Millionen Euro vorgeschlagen. Nach Informationen der "Financial Times Deutschland" hat die Bank die Summe von 800 Millionen Euro angeboten.

Der Vorstand der Deutschen Bank soll heute oder morgen über den Vergleich beraten. Das Gremium muss dem Vergleich zustimmen. Noch im April vorigen Jahres hatte die Deutsche Bank einen Vergleich abgelehnt. Sollten sich die Parteien tatsächlich einig werden, würde damit ein fast zehnjähriger Prozessmarathon zu Ende gehen.

Ausgelöst hatte die Prozesslawine der ehemalige Chef der Deutschen Bank, Rolf Breuer. Dieser hatte in einem Fernsehinterview die Kreditwürdigkeit des taumelnden Kirch-Imperiums angezweifelt. Zwei Monate später musste Kirch Insolvenz anmelden, sein Medienimperium zerbrach. Kirch machte den Bankchef für die Pleite mitverantwortlich und überzog Breuer und die Deutsche Bank seitdem mit Klagen. 2006 hatte der Bundesgerichtshof entschieden, dass die Bank grundsätzlich schadensersatzpflichtig ist. dh
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