Deutsche Bank muss Kirch-Erben Schadensersatz zahlen

Freitag, 14. Dezember 2012
Es war keine gute Woche für die Deutsche Bank
Es war keine gute Woche für die Deutsche Bank


Schwarze Woche für die Deutsche Bank: Nach der Razzia wegen des Verdachts auf Steuerhinterziehung in Millionenhöhe musste das größte deutsche Geldhaus heute eine weitere Schlappe einstecken. Das Oberlandesgericht München hat die Deutsche Bank im Kirch-Prozess zur Zahlung von Schadensersatz an die Erben des Medienunternehmers verurteilt. Über die genaue Höhe müssen nun Gutachter entscheiden.
Es hatte sich im Verlauf des Prozesses bereits abgezeichnet, nun ist es Gewissheit: Die Deutsche Bank muss den Erben von Leo Kirch Schadensersatz bezahlen. Die genaue Höhe bezifferte das Gericht allerdings nicht. Die Summe soll bis Ende Januar von zwei Gutachtern bestimmt werden, die von den beiden Prozessparteien benannt werden.

Mit dem Urteil endet ein zehn Jahre langer Prozessmarathon - zumindest vorerst. Die Anwälte der Deutschen Bank haben bereits eine Nicht-Feststellungsklage vor dem Bundesgerichtshof angekündigt. Peter Gauweiler, der die Kirch-Erben vertritt, sieht dafür aber nur geringe Erfolgsaussichten: Das Urteil sei ein "sehr sehr großer Erfolg" für seine Mandanten.

Die Erben des 2011 verstorbenen Medienmoguls hatten die Deutsche Bank auf rund 2 Milliarden Euro Schadensersatz verklagt. Der Medienunternehmer hatte den ehemaligen Chef der Deutschen Bank, Rolf Breuer, wegen eines Fernseinterviews für den Zusammenbruch seines Firmenimperiums im Jahr 2002 verantwortlich gemacht und den Manager und das Geldinstitut mit Klagen überzogen. Die Deutsche Bank hatte noch im Frühjahr einen bereits fertig ausgehandelten Vergleich über 775 Millionen Euro abglehnt. dh
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