Deutsche Bank lehnt Vergleich mit Kirch-Erben ab

Donnerstag, 01. März 2012
Die Deutsche Bank hat den Vergleich mit den Kirch-Erben abgelehnt
Die Deutsche Bank hat den Vergleich mit den Kirch-Erben abgelehnt

Der Vergleich zwischen der Deutschen Bank und der Familie von Leo Kirch ist gescheitert. Der Vorstand habe nach sorgfältiger Prüfung einvernehmlich entschieden, den Vergleichsvorschlag nicht anzunehmen, wie das Frankfurter Geldinstitut am heutigen Mittwoch mitteilte. Die Kirch-Seite gab sich nach dem Scheitern des Vergleichs gelassen, ein Sprecher kritisierte aber "das offensichtliche Führungschaos an der Spitze der Bank". Vor zwei Wochen hatten verschiedene Medien gemeldet, dass sich die Bank und die Kirch-Seite auf einen Vergleich über rund 800 Millionen Euro geeinigt habe. Durch den bevorstehenden Wechsel an der Spitze der größten Deutschen Bank - der langjährige Chef Josef Ackermann übergibt sein Amt demnächst an Jürgen Fitschen und Anshu Jain - waren einer möglichen Einigung gute Chancen eingeräumt worden. Doch offenbar ist man sich bei der Deutschen Bank inzwischen recht sicher, den seit mittlerweile rund zehn Jahren andauernden Rechtstreit vor Gericht zu gewinnen.

Anfang der Woche war ein Gutachten der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft PriceWaterhouse Coopers (PwC) bekannt geworden, wonach die Kirch-Dachgesellschaft Taurus Holding bereits Ende Januar 2002, und damit noch vor dem vermeintlich folgenschweren Interview von Ex-Deutsche-Bank-Chef Rolf Breuer, mit 1,7 Milliarden Euro bereits überschuldet war. Leo Kirch hatte hatte Breuer stets für den Zusammenbruch seines hoch verschuldeten Firmenimperiums verantwortlich gemacht. Nach dem gescheiterten Vergleich geht der Rechtsstreit vor dem Oberlandesgericht München nun weiter. dh
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