Deutsche Bahn will mit erweitertem Online-Angebot neue Zielgruppen erreichen

Donnerstag, 26. Februar 2004
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Deutsche Bahn Reinhold Pohl


Die Deutsche Bahn erweitert ab März ihr Online-Angebot. So verdoppelt das Unternehmen das Kontingent für günstige "Surf&Rail"-Fahrkarten auf 20.000 Plätze pro Woche sowie die Zahl der angebotenen Strecken auf 20. Im Rahmen des "Surf&Rail"-Angebots, das nur bei Online-Buchung gilt, bietet die Bahn unter bestimmten Bedingungen zuggebundene Fernreisen inklusive Rückfahrt zum Festpreis von 50 Euro an - solange der Vorrat reicht. Ziel der Offensive ist es, bisherige Auto- oder Flugzeugnutzer auf die Schiene zu bringen. "Rund 70 Prozent der bisherigen Surf&Rail-Kunden geben an, dass sie ohne dieses Angebot gar nicht Bahn gefahren wären. Rund 20 Prozent wären stattdessen geflogen", sagt Reinhold Pohl, Leiter E-Commerce Personenverkehr. Im vergangenen Jahr verkaufte die Bahn im Durchschnitt rund 140.000 Online-Tickets pro Monat.

Ein weiterer Grund für die Erweiterung dürfte sein, die Kapazitäten besser auszulasten, denn für schlecht gebuchte Züge sind entsprechend weniger Billig-Plätze vorgesehen. Hintergrund: Ursprünglich hatte die Bahn mit ihrem Ende 2002 eingeführten - und im Sommer 2003 wieder kassierten - Preissystem nicht nur die Erlöse maximieren, sondern auch schlecht ausgelastete Züge füllen und überbuchte Verbindungen entlasten wollen ("Yield Management"). So wollte die Bahn bis zu 45 Prozent der Fahrkartenverkäufe durch differenzierte Frühbucherrabatte lenken; nach der teilweisen Revision des Preissystems klappt das immerhin noch bei 30 Prozent.

Außerdem möchte die Bahn die Nutzung ihres Online-Portals generell erhöhen. Mit diesem Ziel vergibt das Unternehmen im Rahmen seines Kundenprogramms "Bahn Comfort" die doppelte Anzahl Punkte für jede Fahrkartenbuchung bis Ende April. Bereits ab Anfang April erlässt die Bahn Online-Buchern die Kosten für Platzreservierungen. Zudem können Kunden ab sofort per Lastschrift bezahlen. Damit sollen auch Personen erreicht werden, die entweder keine Kreditkarte besitzen - etwa Jugendliche - oder damit nicht online zahlen möchten. Hintergrund dieser Offensiven: Bisher nutzt nur knapp ein Drittel der Surfer auf www.bahn.de den Auftritt zum Fahrkartenkauf; der Rest informiert sich nur. Im vergangenen Monat verzeichnete das Reiseportal rund 25 Millionen Visits und 115 Millionen Page-Impressions. rp
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