Detecon-Studie: Verlage werden 2000er-Crash in den kommenden fünf Jahren nicht kompensieren

Donnerstag, 30. Oktober 2003

Die Verlagsbranche wird die seit dem Boomjahr 2000 erlittenen Umsatz- und Auflagenrückgänge nicht bis zum Jahr 2008 kompensieren können. Zu dieser Einschätzung kommt die Unternehmensberatung Detecon in ihrer Studie "Brennpunkt Verlage - Standortbestimmung und Handlungsfelder an der Schnittstelle zwischen klassischem und digitalem Verlagsgeschäft". In den kommenden Jahren werde die Verlagsbranche "einem zum Teil schmerzhaften Konsolidierungsprozess durchleben", der von der unter anderem von Outsourcing, der Zusammenlegung von Redaktionen, der Einstellung von Titeln und von "über die gängige Kartellrechtsprechung hinausgehenden Kooperationsmodellen" gekennzeichnet sei, so die Studie.

Nach dieser Konsolidierungsphase ergeben sich nach Ansicht von Detecon zwar wieder Wachstumschancen. Die Wachstumsbereiche könnten jedoch nur dann frühzeitig und erfolgreich besetzt werden, wenn die Verleger "weitere Tätigkeits- und Einnahmefelder jenseits des Verkaufs von Inhalten und Anzeigen als Teil der Verlagsarbeit" begriffen. Substanzielles Wachstum könnten die Verlage zudem nur über Akquisitionen von Marktpartnern erreichen.

Bislang verfolgte Strategien wie Paid Content im Internet, E-Papers und Cross-Media werden nach Ansicht von Detecon auch in Zukunft nur marginale Umsätze bringen. Statt einem verstärkten Engagement in diesen Bereichen empfehlen die Unternehmensberater eine stärkere Ausrichtung der Produkte und Dienstleistungen auf die Kunden.ra/wg
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