Der Streit zwischen Talkline und AOL nimmt kein Ende

Montag, 18. Oktober 1999
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Die Schlacht um die Kunden zwischen den Internet-Providern Talkline und AOL nimmt kein Ende. Das Landesgericht Hamburg hat die Ende September von Talkline gegen AOL erwirkte Einstweilige Verfügung bestätigt. Danach wird die AOL-Werbung mit dem Claim "Internet zum Festpreis" als irreführend befunden.

AOL legte bereits zum damaligen Zeitpunkt Berufung ein und warb weiter mit dem kritisierten Slogan um neue Kunden. Auch das Landgericht in Köln kam zum gleichen Schluss wie das Hamburger Gericht. Nun hat in einer mündlichen Verhandlung das Landgericht Hamburg das Urteil erneut bestätigt und AOL wird wieder in Berufung gehen.

Frank Sarfeld, Leiter Unternehmenskommunikation AOL Bertelsmann Online in Hamburg, sagte, dass der umstrittene Claim sowieso allmählich von der Bildfläche verschwinden wird, da bereits die zweite Stufe der breit angelegten Werbekampagne geschaltet wird. Dort wirbt AOL, die inzwischen auf eine Million Kunden blickt, mit Boris Becker für den Einstieg ins Internet. Vielmehr sei die Problematik um die Telefongebühren, die die Telekom mit ihrem Monopol auf die Ortsverbindungen erheben würde, ein Punkt, der diskutiert werden müsse, so Sarfeld.

Neben AOL stand auch die Werbung von Talkline unter gerichtlicher Kritik. Der Provider stellte nach einem Gerichtsurteil Anfang September die Werbung ein, bei der in Kooperation mit dem Modehaus C&A für einen kostenlosen Internetzugang geworben worden war. Auch hier hieß die Begründung "Irreführung des Verbrauchers". Wird die Berufung von dem Hamburger Landgericht abgelehnt, muss AOL mit einem Bußgeld rechnen. Talkline erwartet derweil, dass das Landgericht Hamburg nun wohl auch dem Ordnungsgeldantrag wegen fortgesetzter irreführender Werbung stattgeben wird.

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