"Der Spiegel" startet Redaktionsblog

Montag, 24. September 2012
Das Spiegelblog soll Raum für Debatten über den "Spiegel" bieten
Das Spiegelblog soll Raum für Debatten über den "Spiegel" bieten


"Der Spiegel"
will sich künftig bei der Arbeit über die Schulter schauen lassen. Seit dem Wochenende ist das Redaktionsblog des Nachrichtenmagazins online, das interessierten Lesern Einblick in die Arbeit der Redaktion geben soll. "Die Arbeit von uns Journalisten endet längst nicht mehr mit der Publikation dessen, was wir recherchiert haben", schreibt Chefredakteur Georg Mascolo in seinem Begrüßungseintrag. "Wir wollen deshalb hier am Gespräch über unsere Arbeit teilnehmen - etwa indem wir über den Ablauf, aber auch die Folgen und Auswirkungen von Spiegel-Recherchen berichten." Mit dem Spiegelblog - nicht zu verwechseln übrigens mit dem gleichnamigen, "Spiegel"-kritischen Blog des Journalisten Torsten Engelbrecht - will die Redaktion nun "Einblicke in die Arbeit der rund 200 schreibenden "Spiegel"-Redakteure, 87 Dokumentationsjournalisten, und der weiteren Verlagsabteilungen liefern, die allwöchentlich für Sie an der nächsten Ausgabe arbeiten", so Mascolo weiter.

Vor allem wolle man mit dem Spiegelblog ein Forum für eine Debatte über die eigenen Rechercheergebnisse und Beiträge bieten und so Teil dieser Konversation im Internet werden. "Das ist Medienalltag und Ausdruck einer skeptischen und kritischen Öffentlichkeit, die auch von der skeptischen und kritischen publizistischen Haltung des Spiegel geprägt wurde".

In den ersten drei Einträgen, die alle von "Spiegel"-Medienautor Stefan Niggemeier stammen, wird unter anderem eine Konferenz zum 50. Jahrestag der Spiegel-Affäre und der  Umgang des Nachrichtenmagazins mit seiner eigenen Geschichte thematisiert. Auch ein Hinweis auf den "kleinsten peinlichen und den peinlichsten kleinen Fehler" (Niggemaier), der dem "Spiegel" passieren konnte fehlt nicht: In einer Infografik zu einer Titelgeschichte, die sich zum 50. Jahrestag der sogenannten "Spiegel-Affäre" mit der eigenen Geschichte beschäftigte, gab das Magazin ausgerechnet das Todesjahr seines  Erzgegners Strauß falsch an. dh
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