Dementi: Holtzbrinck will Versuchslabor E-Lab nicht schließen

Montag, 20. Juli 2009
Holtzbrinck-Manager Jochen Gutbrod
Holtzbrinck-Manager Jochen Gutbrod

Medienberichte, denen zufolge die Verlagsgruppe Georg von Holtzbrinck ihre Digital-Tochter Holtzbrinck E-Lab schließen will, sind offenbar falsch. Gegenüber HORIZONT.NET streitet Jochen Gutbrod, Stellvertretender Vorsitzender der Verlagsgeschäftsführung, die Gerüchte ab. "E-Lab kümmert sich um das Thema Inkubation, also um die Gründung von Unternehmen im Internet. Daran halten wir auch weiterhin fest", betont der Verlagsmanager. Zwar sind Websites wie Gutefrage.net, Netdoktor, Arztpreisvergleich und Pointoo von E-Lab zur Sparte Holtzbrinck Networks gewechselt. Hierbei handele es sich jedoch nicht um eine Umstrukturierung. "E-Lab soll als Inkubator Firmen gründen, nicht aber langfristig managen. Das ist die Aufgabe von Networks." Daher sei es nur ein logischer Schritt gewesen, die Websites in dieses Portfolio zu überführen. Zwar will Gutbrod wie im Verlagsgeschäft auch in der Digital-Sparte die Kosten herunterfahren. Betriebsbedingte Kündigungen schließt er jedoch aus: "Natürlich müssen wir leiser treten, aber es wäre jetzt völlig kurzfristig gedacht, wenn wir Stellen im digitalen Wachstumsmarkt abbauen würden."

Chancen für Zukäufe sieht der Holtzbrinck-Vize derzeit wenige. Entgegen aller Erwartungen gäbe es trotz Wirtschaftskrise kaum Schnäppchen im Online-Geschäft. "In welchem Bereich haben Sie noch solche Zuwächse wie im Internet? Das haben die meisten Player erkannt und bieten daher nur wenig zum Verkauf an." Auch der Manager denkt nicht über Verkäufe im großen Stil nach. "Im Digital-Geschäft liegt Holtzbrinck sowohl beim Umsatz als auch Ergebnis in den ersten sechs Monaten 2009 sehr deutlich über Vorjahr." bn
Meist gelesen
stats