Deloitte-Studie: Deutsche sind in der Mediennutzung altmodisch

Mittwoch, 07. Januar 2009
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Deloitte Medienmarkt Mediennutzung Deutschland Klaus Böhm


Deutsche nutzen Medien weitgehend konservativ und sind reserviert gegenüber Trends auf dem Medienmarkt. Dies zeigt sich zum Beispiel daran, dass sie im internationalen Vergleich mehr Bücher lesen, konventionelles Radio hören und Bewegtbildinhalte klassisch über das Fernsehgerät schauen. Zu diesen Ergebnissen kommt die Unternehmensberatung Deloitte in ihrer Studie "The State of Media Democracy", für die sie 8.800 Verbraucher in fünf Ländern, davon 1.800 allein in Deutschland, befragt hat. Die Untersuchung zeigt außerdem, dass deutsche Konsumenten im internationalen Vergleich mit 63 Stunden pro Woche am wenigsten Zeit für mediale Aktivitäten aufwenden und personalisierte Werbung weitgehend ablehnen. Darüber hinaus weisen Haushalte hierzulande die gerinste Dichte an Unterhaltungselektronik auf. Amerikaner, Briten, Brasilianer und Japaner sind bei diesen Themen deutlich aufgeschlossener. Die Deloitte-Experten führen die Zurückhaltung der Deutschen vor allem auf soziodemographische Faktoren zurück. Denn hierzulande gehört die Bevölkerung mit einem Durchschnittsalter von 44 Jahren zu den ältesten weltweit.

Dennoch gibt Deloitte eine positive Einschätzung für den deutschen Medienmarkt ab. "Da der Sättigungsgrad bei zahlreichen Geräten und Technologien noch lange nicht erreicht ist, gibt es hier noch Potenzial, was klug genutzt werden kann", betont Klaus Böhm, Director Media bei Deloitte. Zudem zeichnen sich Veränderungen ab, da wie zu erwarten die junge Generation offen für neue Entwicklungen ist. So nutzt inzwischen mehr als die Hälfte der Gesamtbevölkerung ihren Computer häufiger zur eigenen Unterhaltung als den Fernseher, bereits über ein Viertel verwendet das Mobiltelefon als Entertainment-Plattform und 41 Prozent veröffentlichen eigene Inhalte. bn
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