Debüt von Burdas-CEO Paul-Bernhard Kallen: Google muss transparenter werden

Dienstag, 26. Januar 2010
Burda Vorstandsvorsitzender Paul-Bernhard Kallen
Burda Vorstandsvorsitzender Paul-Bernhard Kallen

Den „Architekten der digitalen Struktur“ nannte Hubert Burda seinen Nachfolger auf dem diesjährigen DLD – Burdas vor sechs Jahren ins Leben gerufener Digitalkonferenz. Genau dort gab der neue Vorstandsvorsitzende Paul-Bernhard Kallen nun sein Debüt – und lieferte sich gleich ein Wortduell mit Googles Senior Vice President David Drummond. „Wir wollen mehr Transparenz“, so Kallens Forderung. Google dominiere den Markt – zwischen 65 und 80 Prozent aller Leads würden durch den Suchmaschinenriesen generiert, das sei de facto eine Monopolstellung. Mit rund 90 Prozent Marktanteil in Deutschland sei Google zudem auf dem Weg zu einem Infrastruktur-Unternehmen. Seiner Forderung nach mehr Transparenz, Fair Search und Fair Share verleiht Kallen Nachdruck, indem er Googles Geschäftsbedingungen auf Deutsch zitiert und diese dann ins Englische übersetzt. Demnach sei Google nicht dazu verpflichtet, Informationen über generierte Werbeerlöse an die Medienhäuser weiterzugeben. Drummond kontert, bleibt aber vage. Er betont, dass ihm an einer guten Partnerschaft gelegen sei und es wichtig sei, dass nicht nur die Konsumenten, sondern auch die Geschäftskunden dem Unternehmen ihr Vertrauen schenkten.

Dass eine größere Google-Transparenz allein nicht die Probleme der klassischen Verlage im Internet Probleme lösen wird, sieht auch Kallen so. Allerdings sei dies ein „Anfangspunkt“. Damit Magazine im Internet erfolgreich agieren, seien vielmehr drei Punkte entscheidend: Erstens Leidenschaft, zweitens messbare Werbeleistung und drittens Kostensenkung.

Dass Kallen gerade Burdas Vorzeigeprojekt DLD für seinen ersten öffentlichen Auftritt gewählt hat, passt: Der studierte BWLer kümmerte sich bei Burda unter anderem um das Beteiligungsgeschäft, fädelte zuletzt den Xing-Deal ein, Xing wiederum ist einer der Sponsoren des DLD. Heute sieht Kallen Burda „in den digitalen und traditionellen Medien fest verankert.“

Die Debatte dreht sich auch um Googles Aktivitäten in China. Ob sich das Unternehmen, das Hackerangriffen ausgesetzt war, sich dort zurückzieht, sei noch offen. Die Zensur sein ein echtes Problem, so Drummond. Nun müssten die Regierungen handeln. se
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