Debitel übernimmt Berlin.de

Dienstag, 29. Juni 1999

Zum 1. Juli übernimmt Debitel den Stadtinformationsdienst Berlin.de. Die Stuttgarter Telefongesellschaft erhält damit die bisher von Primus-Online gehaltenen 51 Prozent der Anteile, die Berliner Volksbank hält weiterhin 49 Prozent. "Mit diesem neuen Dienst sichert sich Debitel einen Zugang zum Content-Providing und damit einen bemerkenswerten Wettbewerbsvorsprung", so Debitel-Vorstandschef Dr. Joachim Dreyer. Das Unternehmen will durch den Erwerb frühzeitig den künftigen Kernbereich der Wertschöpfungskette im Internet besetzen. Würden derzeit noch 85 Prozent der Werte im Bereich Internet-Zugang generiert, werde sich dieser Anteil in zwei Jahren auf 40 Prozent reduzieren. Der Beitrag von Dienstleistungen, Inhalten und Anwendungen zur Wertschöpfung werde hingegen von heute 10 auf dann über 40 Prozent steigen. Debitel bietet ab Mitte Juli ihren Kunden in Deutschland automatisch einen kostenlosen Internet-Zugang an. Mit Mobilfunk, Festnetz und den jetzt neu hinzugekommenen Diensten von Berlin.de will das Unternehmen eine "besonders feste Kundenbeziehung" schaffen. Berlin.de ist eine offene Plattform für derzeit über 100 Partner (Verwaltung, Kultur, Medien, Wirtschaft) aus der Region, verbucht nach eigenen Angaben rund 2,5 Millionen Seitenabrufe im Monat und hat bereits mehr als 20.000 registrierte Nutzer.
Zudem vereinbarte Debitel für ihre neugegründete Tochter Debitel Network Services (DNS) einen Vertrag mit Mediaways für die Übernahme des technischen Betriebs ihres Einwahlnetzes geschlossen. DNS hatte Anfang des Jahres die technische Infrastruktur der Internet-Dienste Metronet und Primus-Online übernommen. Mediaways, ein Joint-venture von Bertelsmann und Debis Systemhaus, soll jetzt als strategischer Partner für den Ausbau des Einwahlnetzes sorgen.
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