Deal perfekt: Finanzinvestor EQT kauft Springer Science

Dienstag, 15. Dezember 2009
Der Deal hat ein Gesamtvolumen von rund 2,3 Milliarden Euro
Der Deal hat ein Gesamtvolumen von rund 2,3 Milliarden Euro

Nach monatelangen Verhandlungen haben die Finanzinvestoren Cinven und Candover nun doch noch einen Käufer für den hoch verschuldeten Berliner Fach- und Wissenschaftsverlag Springer Science + Business ("Ärzte-Zeitung", Gabler) gefunden. Neuer Eigentümer der früheren Bertelsmann-Tochter werden die schwedische Beteiligungsfirma EQT und Singapurs Staatsfonds GIC. Laut Unternehmensangaben haben EQT und GIC zugesagt, neues Kapital in die Springer-Gruppe zu investieren, somit ihre Bilanz zu stärken und die gesamten Finanzkosten zu senken. Durch eine Refinanzierungs-Vereinbarung mit einem Bankenkonsortium will man einer bevorstehenden Refinanzierung zuvorkommen und Springer damit mittelfristig finanzielle Stabilität gewährleisten.

Springer-CEO Derk Haank
Springer-CEO Derk Haank
Zu den finanziellen Details äußern sich die Unternehmen nicht. Das „Handelsblatt" berichtet unterdessen unter Berufung auf Finanzkreise, dass der Deal ein Gesamtvolumen von rund 2,3 Milliarden Euro hat. Darin sind die Schulden des Verlags in Höhe von 2,2 Milliarden Euro bereits eingerechnet. Tatsächlich sollen EQT und der GIC zwischen 100 und 150 Millionen Euro für den nach Reed Elsevier weltweit zweitgrößten Wissenschaftsverlag gezahlt haben. Rund eine halbe Milliarde Euro soll direkt in die Entschuldung von Springer Science + Business fließen, das mit 60 Verlagen in etwa 20 Ländern jährlich rund 880 Millionen Euro umsetzt.

Springer-CEO Derk Haank zeigte sich zuversichtlich, dass der Verlag mithilfe der neuen Eigentümer wieder auf die Beine kommt. "Durch den Verkauf können wir sicherstellen, dass wir auch weiterhin unsere ehrgeizige Strategie der zunehmenden Digitalisierung von wissenschaftlichen Inhalten vorantreiben können." mas
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