Dauerstreit um "Top 100"-Aktion: Gruner + Jahr mahnt Bauer ab

Donnerstag, 29. April 2010
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Zoff ohne Ende: Jetzt gibt es eine Abmahnung von Gruner + Jahr gegen die Bauer Media Group und deren "Top 100"-Aktion. Dies erfuhr HORIZONT.NET aus Verlagskreisen. Dabei geht es gar nicht mehr um das umstrittene Siegel selber - sondern um die öffentliche Interpretation der jüngsten einstweiligen Verfügung (EV) dazu. Der Streit hat also quasi die Metaebene erreicht. Konkret geht es um eine Bauer-Pressemitteilung vom Dienstag dieser Woche, in der Bauer ein Urteil des Landgerichts Hamburg und damit Gruner + Jahrs zweite EV gegen sich und die "Top 100"-Aktion als Sieg interpretierte. Das hatte bereits zu Irritationen geführt. Nun hat sich Bauer offenbar verpflichtet, diese Pressemitteilung nicht mehr zu verbreiten. Der Verlag möchte das nicht kommentieren.

Ein G+J-Sprecher bestätigt auf Nachfrage: Weil Bauer versucht habe, seine "Niederlage" in der Pressemitteilung "anders darzustellen", habe G+J daraufhin den Bauer-Verlag "wegen dieser falschen Darstellung auf Unterlassung in Anspruch genommen", mit dem Ergebnis: "Heute hat Bauer eine entsprechende Unterlassungserklärung abgegeben", die besagte Presseinfo werde nicht wieder verbreitet, so der G+J-Sprecher.

Dass um Wahrheitsgehalt und Auslegung sogar von Pressemitteilungen gestritten wird, scheint sich zu einem Charakteristikum der zunehmend bizarren Auseinandersetzungen zwischen Bauer, anderen Verlagen und Grossisten um Vertriebsfragen zu entwickeln: Erst am Mittwoch hatte Bauer - letztlich beziehungsweise bis jetzt erfolgreich - per EV eine Presseinfo des Grosso-Verbandes verbieten lassen. rp
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