Datenschutz: Bundesjustizministerin kritisiert Apple

Montag, 28. Juni 2010
Nimmt Apple aufs Korn: Sabine Leutheusser-Schnarrenberger
Nimmt Apple aufs Korn: Sabine Leutheusser-Schnarrenberger

Nach Google und Facebook gerät mit Apple ein weiterer Technikkonzern wegen seines Umgangs mit Nutzerdaten ins Visier deutscher Politiker. Bundesjustizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger fordert von Apple genaue Informationen über die gespeicherten Kundendaten. Das Unternehmen müsse "unverzüglich offenlegen", welche Daten erfasst, wie lange sie gespeichert und wofür sie verwendet werden, sagte die FDP-Politikerin dem "Spiegel". "Den Nutzern von iPhones und anderen GPS-fähigen Geräten muss klar sein, welche Informationen über sie gesammelt werden", fordert Leutheusser-Schnarrenberger. Dabei geht es unter anderem um die mögliche Erstellung von Bewegungsprofilen. Apple hatte Anfang vergangener Woche eine neue Datenschutzrichtlinie veröffentlicht, die die Erhebung von Standortdaten beispielsweise über das iPhone erlaubt. Darin heißt es unter anderem: "Um standortbezogene Dienste auf Apple-Produkten anzubieten, können Apple und unsere Partner und Lizenznehmer präzise Standortdaten erheben, nutzen und weitergeben, einschließlich des geografischen Standorts Ihres Apple-Computers oder Geräts in Echtzeit. Diese Standortdaten werden in anonymisierter Weise erhoben, durch die Sie nicht persönlich identifiziert werden."

Die Ministerin will Apple nun in die Pflicht nehmen: "Hier sehe ich Apple in der Bringschuld, die von Steve Jobs vielbeschworene Transparenz auch tatsächlich umzusetzen." Sie erwarte, dass Apple deutschen Datenschützern Einblick in die Datenbanken gewährt. dh
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