Das radikale Zukunftsszenario von BCN-Chef Andreas Schilling

Donnerstag, 26. Juli 2012
Andreas Schilling malt die Zukunft der Printvermarkter in düsteren Farben
Andreas Schilling malt die Zukunft der Printvermarkter in düsteren Farben


Von wegen Sommerruhe: Andreas Schilling, Chef des größten deutschen Zeitschriftenvermarkters Burda Community Network (BCN), hat offenbar Lust auf heißen Gegenwind. Denn im Gespräch mit HORIZONT zeichnet er seiner Branche ein Szenario, das nicht jedem schmecken dürfte. "Wenn sich der Markt so weiter entwickelt wie derzeit, gehe ich davon aus, dass wir 2015 wohl nur noch sehr wenige große Zeitschriftenvermarkter haben, neben einigen Nischenanbietern", so Schilling. Was heißt "sehr wenige"? Eine Zahl möchte er offiziell dann doch nicht nennen - aber wer die künftige Anzahl auf etwa drei schätzt, erntet bei Schilling wenig Widerspruch. Denn "die Werbemarktanteile der Publikumsmagazine werden nicht mehr steigen: Das Spielfeld, auf dem wir uns bewegen, wird kleiner". Schon jetzt sei das BCN als größter deutscher Zeitschriftenvermarkter gerade mal unter den Top 10 im Ranking aller Medienvermarkter - "und darin sind die Googles dieser Welt noch nicht einmal berücksichtigt", so Schilling.

Doch noch steht das restriktive Kartellrecht, das Werbeträgermärkte bekanntlich sehr kleinteilig definiert, einer stärkeren Konsolidierung und größeren Print-Vermarktungseinheiten durch Verlagsfusionen, Vermarktungs-Joint-Ventures oder Mandantengeschäfte wohl im Wege. Im HORIZONT-Interview bezieht Schilling erstmals auch dazu klar Stellung - und fordert von Politik und Kartellbehörden eine "realistische Einschätzung der Marktsituation".

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Das Interview mit Andreas Schilling lesen Abonnenten in der HORIZONT-Ausgabe 30/2012, die am Donnerstag, 26. Juli, erscheint.

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Und dann denkt Schilling laut über drei bisher kaum vorstellbare Wege nach, die seiner Ansicht nach die Marktposition von Print gegenüber TV und den digitalen Medien verbessern könnten: Verlags- und Vermarkter-übergreifende Pakete für große TV-Werbekunden, um diese zu Print zu locken, Werbebündnisse wie Ad Audience auch für Print sowie Frühbucher-Rabatte. rp
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