"Das Ganze sehen": So trommelt Gruner + Jahr für neue "Capital"

Dienstag, 09. April 2013
"Capital"-Chefredakteur Horst von Buttlar erklärt das Heftkonzept (Bild: Screenshot)
"Capital"-Chefredakteur Horst von Buttlar erklärt das Heftkonzept (Bild: Screenshot)


Am 23. Mai ist es so weit, dann präsentiert Gruner + Jahr sein relaunchtes Wirtschaftsmagazin "Capital". Nach dem Aus der "FTD" und dem Verkauf von "Impulse" und "Börse Online" bringt der Hamburger Verlag den letzten im Hause verbliebenen Titel seines Wirtschaftsportfolios mit großen Erwartungen an den Markt. Nun gibt G+J erste Einblicke in das neue Heftkonzept, das vom neuen Führungsteam um Chefredakteur Horst von Buttlar und Geschäftsführer Soheil Dastyari mit Unterstützung von "Stern"-Herausgeber Andreas Petzold erarbeitet wurde. Die Marschrichtung ist klar: Die neue "Capital" solle viele Menschen interessieren, ihnen die Augen öffnen, Neues liefern oder einfach Spaß machen, formulierte Julia Jäkel, Deutschlandchefin von Gruner + Jahr, kürzlich im HORIZONT-Interview. "Wenn wir das richtig machen, verdienen wir damit Geld. Und das wollen wir auch mit 'Capital', was ja nicht so richtig überraschen sollte." Der Relaunch des Magazins soll also ermöglichen, was zuvor in zwölf Jahren mit der "FTD" nicht gelang: Mit Wirtschaftsjournalismus profitabel zu arbeiten.

Eine große Rolle spielt dabei das Interesse der Werbekunden. Um dieses vor dem Anzeigenschluss am 30. April schon einmal ordentlich anzufeuern, stellt G+J auf einer Microsite mit dem Titel "Das Ganze sehen" vor, wohin die Reise mit der neuen "Capital" gehen soll: Die Macher versprechen in einem auf der Seite eingebundenen Video ein Magazin, das eine ganzheitliche Sicht auf das Thema Wirtschaft anstrebt. "Wir glauben, dass es eine Menge Menschen gibt, die sich von den Wirtschaftsmedien in Deutschland nicht angesprochen fühlen. Und wir glauben, dass wir das ändern können, indem wir eine Medienfamilie kreieren, die eine ganz andere Perspektive auf Wirtschaft hat", sagt Dastyari in dem Clip, der von DDB TRibal Berlin auf Projektbasis entwickelt wurde.

Als Ziel haben die Verantwortlichen ausgegeben, eine neue "Leistungselite" anzusprechen (Dastyari) und die Leser zu "Bescheidwissern" zu machen (von Buttlar). Was genau das alles bedeutet, werden die Leser wohl erst am 23. Mai am Kiosk erfahren. Oder natürlich im Digitalen: Zu der angesprochenen Medienfamilie sollen auch diverse Apps für Smartphone und Tablet gehören, die sich derzeit aber noch in der Entwicklung befinden. ire
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