Das Erste-Programmdirektor Herres wehrt sich gegen Vorwurf des Qualitätsverlusts

Montag, 09. Februar 2009
Herres verteidigt Qualität
Herres verteidigt Qualität
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Volker Herre Qualitätsverlust Vollprogramm Hochkultur


Volker Herres, seit November Programmdirektor des Ersten, fordert eine differenzierte Debatte über die Qualität des ARD-Gemeinschaftsprogramms. „Qualität wird hierzulande fälschlicherweise mit Hochkultur gleichgesetzt. Wir aber wollen als nationales Vollprogramm alle Zielgruppen, alle Menschen erreichen und müssen es per gesetzlich definiertem Auftrag auch", schreibt er im Fachdienst „EPD". Qualitätsprogramm sei eben nicht dasselbe wie gutes Programm. „Gutes und gutgemachtes Fernsehen gibt es in allen Genres, die Kriterien dafür mögen jeweils anders aussehen", argumentiert Herres. Darunter fallen Fernsehfilme ebenso wie politische Hintergrundberichterstattung, Boulevard- oder Satiresendungen. „Über Geschmack lässt sich ohnehin trefflich streiten, aber: es muss doch nicht alles allen gefallen", so Herres.

Die interne Qualitätskontrolle bei dem öffentlich-rechtlichen Programm sei zum einen dadurch gewährleistet, dass die neun Landesrundfunkanstalten, die das Erste bestücken, um die Sendeplätze konkurrieren. Zum zweiten dienten die Quoten als Indikator für die Qualität des Programms, die „kein Werkzeug des Teufels" seien, sondern „untrüglicher Auskunftsmechanismus darüber, wie unsere Sendungen von den Zuschauern angenommen werden" seien, schreibt er in dem Blatt der Evangelischen Kirche. Auch der Programmbeirat und die kritische journalistische Begleitung de Programme seien dabei hilfreich. pap
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