Dank HD: Satellit löst Kabel ab

Mittwoch, 08. Februar 2012
Satellit hat das Kabel als größten Übertragungsweg abgelöst
Satellit hat das Kabel als größten Übertragungsweg abgelöst


In der analogen Welt gilt das Kabelnetz als vorteilhaftester Übertragungsweg, weil er ohne externen Receiver auskommt. In der digitalen Welt kehren sich die Verhältnisse nun um. Ende 2011 bezogen rund 17,5 Millionen Haushalte Fernsehen via Satellit - das sind erstmals mehr als über Kabel, dessen Reichweite um 5 Prozent auf 17,3 Millionen Haushalte sinkt. Auch das digital terrestrische Fernsehen hat an Bedeutung verloren und erreicht nun nur noch 1,8 Millionen Haushalte. Das ergibt der „TV Monitor 2011", den das Marktforschungsinstitut TNS Infratest im Auftrag des Satellitenbetreibers Astra erhebt. "Das ist ein phänomenales Ergebnis. Damit ist es uns in den letzten zwei Jahren gelungen, die Reichweite des Satelliten um mehr als 1,3 Millionen Haushalte zu steigern", sagt Wolfgang Elsäßer, Geschäftsführer von Astra Deutschland.

Ausschlaggebend für die neue Attraktivität des Übertragungsweges Satellit dürfte das Programmangebot an hochauflösenden Sendern sein. Astra hatte sich frühzeitig mit den großen Privatsendern auf die verschlüsselte und kostenpflichtige Ausstrahlung über das Angebot HD+ geeinigt. Mit den Kabelnetzbetreibern steht eine finale Einigung dagegen immer noch aus.

Der Digitalisierungsgrad des Satelliten liegt mit 90 Prozent deutlich vor dem des Kabels. Digitaler Zugang ist eine Grundvoraussetzung um HD-Programme empfangen zu können. Im Kabel liegt die Digitialisierungsquote erst bei 46 Prozent. Via analogem Satellit verfolgten Ende 2011 noch 1,8 Millionen Zuschauer das Programm. Diese müssen sich spätestens zum 30. April umstellen, denn dann wird das analoge Übertragungssignal abgeschaltet. "Es gibt sicher noch viel zu tun für Sender, Handel, Hersteller und uns, um die Umstellung bis Ende April zu schaffen", so Elsäßer. Einen Abschaltzeitpunkt für Kabel gibt es noch nicht.

Dass der wichtigster Treiber der Digitalisierung HD ist, ergibt denn auch die TNS-Infratest-Studie. Rund zwei Drittel der bisherigen HD-Nutzer wünschen sich zudem mehr HD-Programme. Derzeit bietet Astra 37 Sender im hochauflösenden Standard an, bis Ende 2012 sollen es über 50 sein. In den kommenden zwölf Monaten planen 20 Prozent aller deutschen Haushalte die Anschaffung eines HD-Receivers. pap
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