Dan Marks löst Marcus Englert bei Pro Sieben Sat 1 ab / Englert gründet Investmentfirma

Donnerstag, 04. März 2010
Dan Marks beerbt Marcus Englert
Dan Marks beerbt Marcus Englert

Nun ist es offiziell. New-Media-Vorstand Marcus Englert verlässt Pro Sieben Sat 1 Ende April. Seine Nachfolge tritt am 1. Mai der Brite Dan Marks an. Über Englerts Abgang war in den vergangenen Wochen viel spekuliert worden. Der 44-Jährige gehe in bestem Einvernehmen und habe dem Unternehmen viele positive Impulse gegeben, bekräftigen jetzt beide Seiten. Englert will sich noch dieses Jahr mit Partnern selbstständig machen und mit einer Fondsgesellschaft in junge Unternehmen investieren. Der 47-jährige Marks kommt von der British Telecom, wo er als CEO von BT Vision die Entertainment-Strategie des Unternehmens entworfen und umgesetzt hat. Er hat den IPTV-Service BT Vision aufgesetzt, der mit seinen On-Demand-Angeboten nach nur zwei Jahren rund 450.000 Kunden erreicht. Bei Pro Sieben Sat 1 soll er vor allem das Geschäft mit Bezahlinhalten im Netz und Fernsehen vorantreiben. "Marks hat gezeigt, dass er visionäre Ideen rasch und erfolgreich umsetzen kann", so Thomas Ebeling, Vorstandsvorsitzender von Pro Sieben Sat 1, zur neuen Besetzung.

Mit Englert geht nun der dienstälteste Vorstand von Pro Sieben Sat 1. Vergangenes Jahr mussten bereits Patrick Tillieux und Vermarktungsvorstand Klaus-Peter Schulz ihren Hut nehmen. Die Posten wurden nicht nachbesetzt. Der Vorstand besteht nunmehr noch aus CEO Ebeling, Finanzvorstand Axel Salzmann, Andreas Bartl, der den Bereich German Free-TV verantwortet, und Dan Marks.

Englert hat die Bereiche Online, Games und Music sowie Video-on-Demand deutlich ausgebaut und gilt als kluger Kopf in der Branche. Seine Abschiedsbilanz wird jedoch überschattet von einem Umsatzrückgang des Diversifikationsgeschäfts, das zu den Wachstumstreibern von Pro Sieben Sat 1 gehören und bis 2014 rund 30 Prozent zum Umsatz beitragen soll. Der Umsatz der Sparte ist 2009 jedoch um 8,1 Prozent auf 357,6 Millionen Euro gesunken.

Die Hauptgründe: der Teletext schwächelt und auch der Sender 9 Live hat Probleme, seit die gesetzlichen Rahmenbedingungen für den Gewinnspielsender verschärft wurden. Das Recurring Ebitda des Bereichs stieg jedoch um 43,1 Prozent auf 80,4 Millionen Euro und trägt damit mehr als ein Zehntel zum operativen Ergebnis der gesamten Gruppe von fast 700 Millionen Euro bei. pap
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