DSF-Interview: "Der Sender steht nicht zum Verkauf"

Mittwoch, 02. Dezember 2009
DSF-Geschäftsführer Karajica plant Kampagne zur Umbenennung in Sport 1
DSF-Geschäftsführer Karajica plant Kampagne zur Umbenennung in Sport 1

Constantin Medien will das DSF in Sport 1 umbenennen und dadurch die Marktanteile wieder steigern. Im November kam der Sportsender auf 0,8 Prozent bei den 14- bis 49-Jährigen. Dem Kanal fehlen vor allem die exklusiven Bundesligarechte für die Sonntagsspiele. Im Interview mit HORIZONT.NET erklärt Geschäftsführer Zeljko Karajica, wie er den Sender wieder auf Vordermann bringen will. Herr Karajica, wie sieht der Zeitplan für die Umbenennung von DSF in Sport 1 aus?
Zeljko Karajica: Wir werden demnächst Logo und Claim vorstellen. Im Vorfeld der Markeneinführung von Sport 1 wird es natürlich eine entsprechende crossmediale Kampagne geben, die die Zuschauer und den Werbemarkt rechtzeitig auf die Umstellung vorbereiten wird. Für die Kampagne zeichnet die Kreativagentur Brandsome verantwortlich, die ebenfalls zur Constantin Mediengruppe gehört.

Wie wird sich das Programmschema ändern?
Karajica: Mit der Umsetzung der Einmarkenstrategie unter der neuen Dachmarke Sport 1 gehen zahlreiche Neuerungen im Programmportfolio einher. Durch die Ausstrahlungsrechte - beispielsweise an der Basketball und Handball Bundesliga - werden wir im kommenden Jahr mehr als 1.100 Stunden Live-Sport senden. Dies bedeutet eine Steigerung von über 10 Prozent im Vergleich zu 2009. Wir werden auch das Newsangebot ausbauen. Und zwar durch einen starken Fokus auf den Fußball und neue Formate. Zum einen werden wir die Sendezeit für die bestehenden Nachrichtensendungen "DSF Aktuell" und "Bundesliga Aktuelle" um 30 bis 50 Stunden ausdehnen. Zum anderen führen wir über zehn neue Formate ein. Darunter Motormagazine, Dokumentationsreihen und Sport-Unterhaltungs-Magazine.

Die Erotik-Call-In-Schiene fällt dafür weg. Wie sahen die Quoten dafür zuletzt aus?
Karajica: Auf dem Programmplatz zwischen 23 und 24 Uhr werden wir ab dem nächsten Jahr Fußball-Formate sowie Motor- und Entertainment-Sendungen ins Programm bringen. Durch diese Formate erhoffen wir uns eine erhebliche Quotenverbesserung.

In Sachen Werbeeinnahmen sieht es derzeit nicht sonderlich rosig aus. Sind die Probleme eher marktbedingt oder hausgemacht?
Karajica: Die Entwicklung ist einerseits marktbedingt, andererseits aber auch auf strategische Fehler der Vergangenheit zurückzuführen.

Was erwarten Sie von 2010?
Karajica: Unser Fokus liegt zunächst auf der Umsetzung unserer Einmarkenstrategie und im Rahmen unserer Programmoffensive auf der Etablierung der bereits erwähnten neuen Formate. Wir wollen den Marktanteil steigern und auch die starke Position von Sport1.de untermauern. Mit unserer Programmoffensive stärken wir unsere Positionierung als Sportsender, um so unsere Reichweite zu festigen und ausbauen zu können.

Zu guter Letzt noch eine Frage: Was ist dran an den Gerüchten, dass der ehemalige DSF-Geschäftsführer Oliver Reichert den Sender kaufen will? 
Karajica: Da müssen Sie Herrn Reichert fragen. Wir verbreiten keine Gerüchte. Der Sender steht nicht zum Verkauf. Interview: pap
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