DSF-Bieterkonsortium setzt auf Sportrechtesplit mit RTL

Mittwoch, 07. Mai 2003

Das DSF-Bieterkonsortium Karstadt-Quelle, EM-TV und Hans-Dieter Cleven führt mit RTL und den öffentlich-rechtlichen Sendern Gespräche über die gemeinsame Verwertung von Sportrechten. "Bei Champions League und Formel 1 arbeiten wir mit RTL an einer sinnvollen Kooperation", erklärt EM-TV-Vorstand Rainer Hüther. Auch beim Skispringen und Rallye-Übertragungen sei künftig eine Zusammenarbeit denkbar. Mit Blick auf ARD und ZDF sei ein Split der Bundesligarechte ein "spannendes Konzept".

Obgleich der mit Kirch Media geschlossene Kaufvertrag bereits notariell beurkundet und der Kaufpreis auf ein Treuhandkonto eingezahlt sei, wie Karstadt-Quelle-Vorstand Peter Gerard bestätigt, fehlt noch die Zustimmung des vorläufigen Gläubigerausschusses, dem unter anderem der Verlag Axel Springer und Universal angehören. Die erste Sitzung des Gläubigerausschusses findet diesen Freitag statt.

Eine Kooperation mit Haim Saban, der Gerüchten zufolge mit rund 20 Millionen Euro ein etwas höheres Gegenangebot vorgelegt hat und das DSF als Sportdienstleister von Pro Sieben Sat 1 Media positionieren will, schließen Karstadt-Quelle und EM-TV aus. Beide Parteien wollen das DSF vielmehr als eigenständigen Sportsender mit unabhängigem Werbezeitenverkauf weiterführen. "Die Gruppenvermarktung dient nur dem größten, aber ganz selten den kleinen Sendern", hält EM-TV-Vorstandschef Werner Klatten an einem Verkauf mit einer eigenen Mannschaft fest.

Karstadt-Quelle will die bisherigen Teleshopping-Flächen des DSF als Vertriebsplattform für Sportprodukte nutzen. Zudem erhofft sich das Handelsunternehmen, das mit 9 Milliarden Euro Umsatz und einem Marktanteil von 13 Prozent die Marktführerschaft im deutschen Sporthandel reklamiert, mit dem DSF-Engagement einen medialen Schub.

Als Umsatzbringer sieht Christian Seifert, Vorstand von Karstadt-Quelle New Media, dabei das Engagement bei der Fußball-WM 2006. Der Essener Konzern hat von EM-TV die Rechte für die offiziellen Fifa-Shops erworben und wird mit 339 Verkaufsständen bei Karstadt-Quelle sowie im Stadionverkauf bei allen 64 Spielen die offiziell lizenzierten Produkte anbieten. Das DSF soll dabei bereits im Vorfeld des Turniers als "der WM-Sender" positioniert werden. Geht nach den Plänen von Karstadt-Quelle und EM-TV soll der Sportkanal 2004 schwarze Zahlen schreiben. Für das laufende Jahr wird mit einem Umsatz von 70 Millionen Euro gerechnet. sch
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