DPA kommt den Verlagen entgegen

Donnerstag, 18. Dezember 2003

Die Deutsche Presse Agentur will angesichts der schwierigen Marktlage im Medienbereich bei den Preisen ein Signal setzen. Daher wird die Agentur vom 1. Januar 2004 an bei Zeitungen mit einer Auflage von über 100.000 den Auflagenrabatt stark anheben. Außerdem wurde beschlossen, die Zeitrabatte für alle Medienkunden zu erhöhen: von drei auf fünf Prozent bei Dreijahresverträgen und von sechs auf zehn Prozent bei Fünfjahresverträgen. Rundfunksender, die den Audiodienst abonniert haben, erhielten beim Basisdienst einen Kombinationsrabatt von zehn Prozent. Dagegen entfielen die Rabatte bei den hoch defizitären Landesdiensten künftig.

Nach Aussage der dpa-Geschäftsführung setzt ein relativ hoher Prozentsatz der Chefredakteure auf "dpa als Rohstofflieferant" an Stelle eines umfassenden Mediendienstleisters. Zusammen mit Tendenzen im Zeitungsmarkt in Richtung Autorenzeitung habe man daraus den Schluss gezogen, beim Basisdienst die Möglichkeit zur Abwahl von Korrespondentenberichten (Namensberichten) anzubieten, mit einem Preisnachlass von bis zu zehn Prozent. Damit trage man auch Forderungen nach mehr Flexibilität Rechnung. "Insgesamt kann sich eine große Zeitung beim Basisdienst in Zukunft um bis zu 18 Prozent entlasten. Da haben wir allerdings einen Deckel drauf gemacht, um keine Ungleichgewichte in der Behandlung des Marktes aufkommen zu lassen", meint Geschäftsführungsvorsitzender Walter Richtberg. Das gesamte Preispaket werde die Agentur rund 3,3 Millionen Euro Umsatz kosten. In dieser Größenordnung wolle man den Medienmarkt in einer schwierigen Situation entlasten. Andererseits werde dpa trotz eines weiterhin strikten Sparkurses durch diese Preissenkungen und nicht vermeidbare Kündigungen im Jahr 2004 rote Zahlen schreiben. "Diese vorübergehenden Verluste werden wir mit vorhandenen Reserven ausgleichen. Eine Aufkündigung des Beschäftigungspaktes mit den Mitarbeitern ist also ebenso wenig geplant wie ein Einschnitt in die Kernkompetenzen der Agentur", sagt Richtberg.

Die mittelfristige Planung sehe vor, mit Sparbemühungen und dem Ausbau neuer Geschäftsfelder 2006 wieder ein ausgeglichenes Ergebnis vorzulegen. "An der Qualität und der Leistungsstärke von dpa wird sich nichts ändern", so Chefredakteur Wilm Herlyn. Dennoch müsse angesichts der schwierigen Marktlage sehr sorgfältig nach letzten Sparpotenzialen gesucht werden. Die Redaktion habe in der Vergangenheit allerdings bewiesen, dass sie es versteht, "intelligent zu sparen". nr
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