"DMAX Magazin" im HORIZONT-Check: Glattrasiertes Heft für echte Kerle

Mittwoch, 24. April 2013
Das "DMAX Magazin" liegt ab Mittwoch am Kiosk
Das "DMAX Magazin" liegt ab Mittwoch am Kiosk
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DMAX Printableger Körperverletzung Mode Ärmelkanal


Am Mittwoch kommt das neue "DMAX Magazin" an den Kiosk. Der Printableger des gleichnamigen Fernsehsenders mit dem Untertitel "Leben. Motor. Abenteuer" setzt auf Themen für echte Männer und verzichtet dabei gänzlich auf verzichtbaren Schnickschnack wie Mode, leicht bekleidete Frauen oder gar Kochrezepte. Schade nur, dass das Layout allzu glatt geraten ist und damit die kernigen Inhalte teilweise unfreiwillig konterkariert. Außerdem grenzt die Schriftgröße teilweise an Körperverletzung. Die Fakten: Das von DMAX in Zusammenarbeit mit dem Verlag Weka Media Publishing entwickelte Monatsmagazin richtet sich an Männer zwischen 18 und 49 Jahren. Zum Preis von 4,80 Euro bietet das Magazin auf 116 Seiten alles, was Männern Spaß macht - analog zum Programm des TV-Senders aber abzüglich der sonst in Männermagazinen unverzichtbaren halbnackten Frauen. Auch Sport und Mode sucht man im "DMAX Magazin" vergeblich.

Die Inhalte sind weitgehend deckungsgleich mit dem TV-Programm: Es gibt Geschichten über harte Männer, die Motorräder bauen, über harte Männer, die den Ärmelkanal durchtauchen oder harte Männer, die nach Öl bohren. Und es gibt sehr viel Technik: Autos werden gleich an zwei Stellen prominent in Szene gesetzt: Einmal im Bereich News und im Ressort Motor, dazu kommen Tipps für die neuesten Gadgets und eine Geschichte über 3D-Drucker.

Einzelne Rubriken wie eine Doppelseite mit Fakten zum Thema Haare oder ein Vergleich von Bier und Smoothies wirken tatsächlich etwas an den Haaren herbeigezogen, einige der längeren Lesestrecken dagegen sind sehr gelungen, wie zum Beispiel das mit tollen Fotos bebilderte Special über Stechmücken mit dem Titel "Natural Born Killers". Insgesamt hätte dem Magazin allerdings eine Prise mehr Humor gut getan: Ein Kult-Format wie "Die Ludolfs" ist im "DMAX Magazin" leider nicht in Sicht.

Nicht ganz gelungen erscheint die Struktur des Magazins: Statt auf einen spannenden Wechsel von kürzeren und längeren Geschichten zu setzen, blättert man zunächst 30 Seiten lang durch eine Abfolge kleiner Meldungen. Die längeren Lesestücke wurden allesamt in den hinteren Teil des Magazins verbannt.

Auch das Layout hinterlässt gemischte Gefühle: Das Heft wirkt zwar sehr aufgeräumt und übersichtlich, insgesamt ist das Layout allerdings sehr clean geraten. Selbst bei der Geschichte mit der starken Headline "Mitten durch den Dreck" über den ersten Mensch, der den Ärmelkanal durchtaucht hat, ist von selbigem nicht viel zu sehen. Bis auf wenige Ausnahmen wie bei der bereits erwähnten Geschichte über Moskitos ist die Bildsprache des Magazins leider allzu konventionell, streckenweise sogar langweilig geraten.

Einen dicken Minuspunkt gibt es außerdem für die Typographie: Die Schrift ist teilweise so winzig geraten, dass man selbst mit gesunden Augen Mühe hat, die Texte zu entschlüsseln. Das Editorial wurde zu allem Überfluss auch noch mit einer diagonalen Schraffur unterlegt, die die Schrift vor den Augen regelrecht flimmern lässt - vielleicht eine Referenz an die TV-Heimat des Magazins? Insgesamt ist Weka mit dem "DMAX Magazin" ein solider Print-Ableger des erfolgreichen TV-Senders gelungen, auch wenn man sich ein paar mehr Ecken und Kanten wünschen würde. Schließlich richtet sich das "DMAX Magazin" an "echte Männer". dh

Das Layout ist aufgeräumt, aber stellenweise allzu glatt geraten
Das Layout ist aufgeräumt, aber stellenweise allzu glatt geraten


Unnützes Wissen: "DMAX" präsentiert Fakten zum Thema Haare
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