DLM: Netzbetreiber sollen Empfehlung für Verteilung der Kabelkanäle abgeben

Donnerstag, 01. Juli 1999

Die Direktorenkonferenz der Landesmedienanstalten (DLM) hat den schwarzen Peter bei der Vergabe der Hyperbandkanäle nun an die Netzbetreiber weitergereicht. Die Telekom und andere Netzbetreiber sollen der DLM bis 15. September einen konkreten Vorschlag für die Belegung der 13 digitalen Hyperbandkanäle vorlegen. Dabei beruft sich die DLM auf die Neuregelung des am 1. April 2000 in Kraft tretenden vierten Rundfunkänderungsstaatsvertrags. Danach ist der Netzbetreiber bei einem Drittel der für die digitale Verbreitung zur Verfügung stehenden Gesamtkapazität verpflichtet, eine Vielzahl von Programmveranstaltern sowie ein vielfältiges Angebot an Voll-, Sparten- und Fremdsprachenprogrammen einzubeziehen sowie Mediendienste angemessen zu berücksichtigen. Daß es angesichts der knappen Kapazitäten nicht einfach sein wird, Vielfalt im digitalen Kabel herzustellen, hatte DLM-Direktor Norbert Schneider bereits auf dem Medienforum NRW betont. Derzeit können über jeden der 13 Kanäle etwa 9 Programmangebote verbreitet werden. Leo Kirch hat für seinen Abosender Premiere World (Premiere/DF1) bereits 5 Kanäle zugesagt bekommen. Der Hamburger Pay-Anbieter @TV des Ex-MTV-Managers Michael Oplesch hat einen ähnlichen Bedarf angemeldet. 3 Kanäle sind laut Staatsvertrag für ARD und ZDF reserviert. Die Telekom bietet auf einem Kanal ihr Fremdsprachenpaket an. Ein zweites Telekompaket bringt kleinere Anbieter zusammen. Ein Kanal soll für Regionales und Lokales freibleiben oder übergangsweise für Teleshopping genutzt werden. Vor kurzem hatte auch die CLT/Ufa Bedarf für digitale Kanäle angemeldet, um darüber Ergänzungsangebote zu RTL, RTL II und Super RTL zu verbreiten. Zu spät — wie viele glauben. "Da es für die von CLT/Ufa geplanten Programme noch keine Lizenzen gibt, könnten sie derzeit nicht berücksichtigt werden", hatte DLM-Chef Schneider in einem Interview mit der "Frankfurter Rundschau" erklärt.
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