DLD-Macher im Interview: "Das Image von Burda hat sich gewandelt"

Montag, 25. Januar 2010
Steffi Czerny und Marcel Reichart
Steffi Czerny und Marcel Reichart

Unter dem Motto „Map Your Future“ findet seit dem 24. Januar bis zum 26. Januar die sechste Innovationskonferenz Digital Life Design (DLD) von Hubert Burda Media statt. Mehr als hundert Referenten nehmen an den Foren über Zukunftsthemen teil, rund 800 Gäste werden erwartet. HORIZONT.NET sprach mit den Initiatoren Steffi Czerny und Marcel Reichart, beide Geschäftsführer von DLD Media & Ventures bei Hubert Burda Media. Die dreitägige Konferenz ist aus ihrer Sicht Plattform für Innovationsmarketing und Geschäftsmodell zugleich. Dass auf den Veranstaltungen auch in diesem Jahr Google - von den Verlagen zurzeit scharf kritisiert - mit verschiedenen Sprechern vertreten ist, ist für Czerny kein Widerspruch: "DLD ist eine Brücke in die digitale Welt und dazu gehört Google." se

Der sechste DLD ist gleichzeitig der erste, für den Sie Eintritt verlangen. Haben Sie damit die geladenen Besucher verschreckt?

MR: Die Umstellung ist ein Prozess. Konkret liegen die Buchungen leicht über unseren Erwartungen. Zudem kann jeder DLD live verfolgen. Wir bieten ein mobiles Video-Portal sowie eine Iphone-App, Live-Blogs und eine DLD Tinker-Plattform für die Social Media Conversation.


Warum suchen Sie sich nicht einfach eine größere Location für die Veranstaltung?
SC:
Der Charme von DLD ist es doch, dass gerade die digitalen Cracks auch offline miteinander in Kontakt kommen. Die dichte Atmosphäre und das wunderschöne HVB Forum sind uns daher lieber als eine anonyme Messehalle. Es kommen circa 800 Gäste an jedem Tag, wobei wir noch selektiver geworden sind.


Was bringt das Event für Burda: Ist es Imagewerbung in Sachen Innovationsfähigkeit oder steckt ein wirkliches Geschäftsmodell dahinter?
MR:  Beides. DLD ist eine Plattform für Innovationsmarketing und hat ein Geschäftsmodell entwickelt aus Unternehmenspartnerschaften und Teilnahmegebühren. Partner und Teilnehmer haben über DLD Zugang zu unserem weltweit gespannten Netzwerk und bekommen während der Konferenz von Topreferenten Einblicke in Digitalmärkte und globale Trends aufgezeigt.
SC:  Und das Image von Hubert Burda Media hat sich gewandelt. Sicherlich auf Grund der Persönlichkeit Hubert Burdas, der sehr früh die Chancen des Internets erkannt hat. Aber eine Konferenz wie DLD ist auch ein wichtiges Instrument, um diesen unbedingten Willen zur Innovation erlebbar zu machen und nach außen hin zu zeigen.


Die Konferenz gilt als Treffpunkt für die digitale Medienwelt. Doch zurzeit liefern sich die klassischen Verlage, darunter auch Burda, einen Kampf mit Google, in dem es um "Fair Share" und "Fair Search" geht. Wie passt das zusammen?
SC : Google war und ist seit Jahren Partner  und Freund der DLD Conference und mit verschiedenen Sprechern vertreten. DLD ist eine Brücke in die digitale Welt und dazu gehört Google.
MR: Zudem ist für die DLD-Teilnehmer der Austausch mit Google-Topvertretern interessant. Das schließt nicht aus, kritische Fragen zu stellen und Debatten zu führen. Auch dafür steht das Forum DLD.


Traditionellerweise tummeln sich hier auch eine Menge Start-ups. In der Vergangenheit hat Burda die Plattform auch dazu genutzt, potenzielle Kandidaten für Akquisitionen oder Beteiligungen ausfindig zu machen. Steht 2010 Geld dafür zur Verfügung?
MR:  Das Investment in Glam Media ist über DLD entstanden, und Xing war mehrere Jahre DLD-Partner. Auch dieser DLD kann zu Beteiligungen und New Business führen, wenn sich interessante Möglichkeiten ergeben. Das gilt aber auch für andere DLD-Partner.


Ihr Highlight auf der diesjährigen Veranstaltung?
SC: Das Schöne ist, dass jeder DLD immer ganz unerwartet von bestimmten Menschen geprägt wurde. Das liegt daran, dass wir sie aus ihren Kontexten reißen - nach unserem Leitsatz "Connect the Unexpected." Wir lassen uns also gerne überraschen.
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