DGB prüft Einstieg bei der Frankfurter Rundschau

Freitag, 20. Februar 2004

Der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) will möglicherweise die finanziell angeschlagene Tageszeitung "Frankfurter Rundschau" retten. Nach Informationen der "Bild"-Zeitung prüft die DGB-eigene Holding BGAG derzeit, ob sie das linksliberale Blatt mit einer Auflage von 182.000 Exemplaren finanziell unterstützen kann. DGB-Chef Michael Sommer habe am Mittwoch die "Frankfurter Rundschau" und die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" besucht.

Die bürgerliche "FAZ" soll ebenfall an einer Übernahme der "FR" interessiert sein, will sich zu den Gerüchten derzeit aber nicht äußern. Mit einer Bürgschaft im hohen einstelligen Millionenbereich hat sich im vergangenen Jahr bereits das Land Hessen bei der "FR" engagiert.

Die "FR" fährt derzeit einen harten Sparkurs. Anzeigenschwund aufgrund der Konjunkturflaute macht dem renommierten Blatt schwer zu schaffen. Der Verlag bemüht sich derzeit, sein Haus in der Frankfurter Innenstadt zu verkaufen, um an Geld zu kommen. Im Rahmen dieser Bemühungen soll das Verlagsunternehmen mehrere Inverstoren aber auch andere Verlage um Kooperationshilfen gebeten haben, darunter den Risikokapitalgeber 3i, die zur FAZ-Gruppe gehörende Societätsdruckerei und zuletzt die Gewerkschaftsholding BGAG.

Seitens der Gewerkschaft wird offenbar geprüft, ob eine solche Unterstützung in Form einer Bürgschaft, Beteiligung oder eines Kredits möglich ist. Gerüchten zufolge benötigt die Rundschau das Eineinhalbfache jener gut 40 Millionen Euro, die der Verlag durch den beabsichtigten Verkauf seines Frankfurter Innenstadthauses zu erzielen gedenkt. Über den Verkauf verhandeln die Frankfurter seit längerem mit der niederländischen Investorengruppe MAB. Bis zum März soll hier eine Entscheidung fallen. nr
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