DFL will Bundesliga-Rechte nach Übertragungswegen aufsplitten

Mittwoch, 23. April 2008
Heute geht es um die Zentralvermarktung der DFL
Heute geht es um die Zentralvermarktung der DFL

Die Vertreter der Fußball-Bundesligisten treffen sich heute auf dem Frankfurter Flughafen zu ihrer Mitgliederversammlung. Zentrales Thema dürfte dabei die Frage sein, ob das Kartellamt die geplante Zentralvermarktung der Bundesliga durch die Kirch-Tochter Sirius genehmigt. Unterdessen ist ein Dokument aufgetaucht, in dem die einzelnen Rechtepakete beschrieben werden, für die TV-Sender bieten können. In dem internen Papier, welches der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" vorliegt, stellen die Vereine in groben Zügen die Rechtepakete vor.

Dem Dokument zufolge sollen mindestens "fünf separate Pakete für Live-Spielübertragungen zu unterschiedlichen Anstoßzeiten" angeboten werden. Für Freitag, Samstag und Sonntag seien zukünftig "Einzelspiele" vorgesehen, die nicht wie gewohnt um 15.30 Uhr angepfiffen werden.

Für die Erstzusammenfassung im frei empfangbaren Fernsehen bietet die DFL den Sendern zwei Pakete an: Das erste erlaubt wie gehabt Zusammenfassungen zur "Sportschau"-Zeit um 18.30 Uhr, das andere gibt Zusammenfassungen des Spieltags erst ab 22 Uhr frei. Vor allem Premiere spricht sich für eine spätere Ausstrahlung im Free-TV aus.

Die Rechtevergabe soll zudem nach Übertragungswegen aufgesplittet werden. So soll es getrennte Pakete für Satellitenempfang, Übertragung durch Kabel und DSL oder kleine Kabelnetzbetreiber geben. Den Kunden könnte also Chaos drohen: Je nach Wohnort, Empfangsart und Netzbetreiber können sich TV-Zuschauer dann auf verschiedene Anbieter, Preise oder Empfangsdecoder einstellen.

Die aktuelle Diskussion weckt Erinnerungen an die Situation vor zwei Jahren. Damals gingen die Pay-TV-Rechte an den Kölner Kabelnetzbetreiber Unitymedia. Nach massiven Problemen mit der Vermarktung reichte der Anbieter die Rechte an Premiere weiter. np
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