DE-Mail: United Internet greift die Deutsche Post an

Freitag, 27. August 2010
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United Internet macht der Deutschen Post und ihrem E-Post-Brief Konkurrenz. Sobald das Bürgerportalgesetz verabschiedet ist, will das Unternehmen mit seiner DE-Mail in Offensive gehen. Die DE-Mail soll den sicheren und rechtsverbindlichen Austausch elektronischer Dokumente zwischen Behördern, Unternehmen und Privatpersonen ermöglichen. Das entsprechende Gesetz wird Ende des Jahres erwartet. Wie Vorstandsvorsitzender Ralph Dommermuth am heutigen Freitag auf der Bilanzpressekonferenz mitteilte, wird der Dienst für Privatkunden voraussichtlich kostenlos sein. Damit tritt das Unternehmen aus Montabaur den Preiskampf mit der Post an: Denn sie verlangt 55 Cent für den rechtsverbindlichen elektronischen Brief, was Dommermuth für wenig sinnvoll hält: "Mit 55 Cent für eine E-Mail kann man keinen Massenmarkt erschließen." Lediglich der Massenversand von DE-Mails durch Gewerbekunden soll über Pauschaltarife gedeckt werden.

Die Nachfrage ist offenbar groß. Persönliche DE-Mail-Adressen können seit 6. Juli bei den United-Internet-Webportalen GMX und Web.de reserviert werden. Nach Angaben der Holding registrierten sich im ersten Monat bereits 270.000 Interessenten.

Zum gleichen Zeitpunkt startete United Internet mit der Hybrid-Mail, wodurch Briefe aus dem E-Mail-Postfach heraus zugestellt werden können. Mit 54 Cent für Druck, Kuvert, Porto und Zustellung liegt der 1&1-Mutterkonzern abermals unter dem Standardpreis der Post. Allerdings sieht Dommermuth darin keine Kernkompetenz des Konzerns: "Die Hybrid-Mail haben wir aus Gründen der Vollständigkeit." hor
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