DAB-Plus-Streit: VPRT spricht sich gegen Einführung aus

Freitag, 26. Juni 2009
VPRT-Vorstand Hillmoth fordert Neuordnung der UKW-Frequenzen
VPRT-Vorstand Hillmoth fordert Neuordnung der UKW-Frequenzen

Nun auch mit offiziellem Beschluss: Der Verband Privater Rundfunk und Telemedien (VPRT) erteilt der Einführung der Übertragungstechnik DAB Plus eine klare Absage. Auf der außerordentlichen Fachbereichsversammlung in Berlin hat sich der VPRT wie erwartet gegen den für Herbst 2009 geplanten Start von DAB Plus ausgesprochen. "Vor dem Hintergrund der Wirtschaftskrise bleibt keine Luft für derartige Risikoinvestitionen", teilt der Verband mit. In den vergangenen Wochen hatte sich der für Radio zuständige VPRT-Vorstand Hans-Dieter Hillmoth bereits in mehreren Interviews, unter anderem in HORIZONT, gegen DAB Plus ausgesprochen. Die privaten Radiounternehmen scheuen die erheblichen Investitionskosten. Die öffentlich-rechtliche ARD veranschlagt dafür beispielsweise rund 30 Millionen Euro.

Der VPRT fordert nun alle Beteiligten auf, sich von der Einführung von DAB Plus zu verabschieden und die dafür vorgesehenen Frequenzen des Bandes III für andere "digitale Entwicklungsperspektiven zu sichern". Die Pläne der ARD, UKW abzuschalten, um damit das Vorangehen von DAB Plus zu fördern, sieht der VPRT entsprechend kritisch: Damit würde den privaten Radiounternehmen die Geschäfts- und Lebensgrundlage genommen." Die UKW-Frequenzen sollten lieber neu geordnet werden und die in ARD-Eigentum befindlichen Frequenzen privatisiert. pap
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